Gewachsene dörfliche Kulturlandschaft
Außerhalb der Waldgebiete zeigt sich die Rureifel als traditionelle, dörfliche Kulturlandschaft, in der die Rindviehhaltung vorherrscht. Dies war nicht immer so. Eine der früheren Bewirtschaftungsformen, die zum heutigen Landschaftsbild mit beitrug, ist die Rottwirtschaft. Hier wurde in 15- bis 20jährigem Turnus der nachwachsende Wald geschlagen und die Äste zur Düngung am Ort verbrannt. Anschließend konnte für ein oder zwei Jahre Ackerbau mit Hafer, Roggen und Buchweizen betrieben werden. Dennoch laugte der Boden im Laufe der Zeit immer stärker aus, und an vielen Orten konnte der Wald nicht mehr nachwachsen. Rottwirtschaft und Köhlerei hatten zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert große Ödlandflächen entstehen lassen.
Diese wurden periodisch durch kargen Ackerbau genutzt oder von Schafen beweidet. Die Schafhaltung auf den entwaldeten Flächen trug mit zur Entwicklung der Monschauer Tuchindustrie bei. Die beschriebenen Wirtschaftszweige bilden nur einen kleinen, aber wichtigen Ausschnitt aus der wechselvollen Siedlungs- und Erschließungsgeschichte der Eifel.
Heute ist die Rureifel auch der Ort ökologisch orientierter Landschaftsgestaltung. Für die Gemeindegebiete auf der Dreiborner Hochfläche bei Schleiden gestalteten zu Beginn der neunziger Jahre Fachbehörden und Naturschutzverbände gemeinsam die Landschaft neu für eine günstigere Bewirtschaftung durch die Landwirte, sorgten aber auch gleichzeitig für die Bildung und Erhaltung von Lebensräumen für wildlebende Pflanzen und Tiere. Daher sieht man heute am Scheurenter Berg bei Schleiden eine reichgegliederte Landschaft mit bewirtschafteten Terrassen, Buschgruppen und wilden Hecken, und ganz in der Nähe das Naturschutzgebiet des erlengesäumten Höddelbachs mit seinen Feuchtwiesen.

