Naturpark Hohes Venn - Eifel

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Die Wälder der Rureifel

Für den Waldreichtum der Rureifel stehen der ausgedehnte Hürtgenwald und der Schleidener Wald mit dem größten zusammenhängenden Buchenwaldgebiet der Nordeifel, dem Kermeter. Mit etwa 3.100 Hektar wird der Kermeter zum größten Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens. Auf den in der Rureifel häufig bodensauren Schieferstandorten waren ursprünglich Buchenwälder heimisch. Darin kommt als charakteristisches Waldgras die weiße Hainsimse vor.

Seit dem 16. Jahrhundert siedelte sich in den Bachtälern von Urft und Olef Eisenindustrie an. Mit ihren Hochöfen und Hammerwerken waren Schleiden und Gemünd die Zentren der Eisenverarbeitung in der Rureifel. Für die Schmelzprozesse des Erzes wurde Holzkohle benötigt, die von den Menschen in ungezügeltem Raubbau aus den Buchenwäldern gewonnen wurde. Noch heute zeugen zahlreiche Meilerplätze in den umliegenden Wäldern vom rußigen Gewerbe der Köhler.

Am Ende des 19. Jahrhunderts waren die ehemals bewaldeten Höhen kahl, Gebüsche und Heidekraut bedeckten den von Schafen beweideten Boden. "Eifelgold" wurden und werden die Ginstersträucher mit ihren goldgelben Blüten genannt - eher Ausdruck für die starke Leuchtkraft der Blüten, denn für Reichtum. Die preußische Verwaltung erkannte die Notlage und beschloss eine schnelle Hilfe: Großflächig wurde mit der schnellwüchsigen Fichte aufgeforstet.

Heute dagegen bemüht man sich um Lösungen, die stärker an ökologischen Gleichgewichten orientiert sind. Verstärktes Anpflanzen naturnaher Mischwälder und kahlschlagfreies Wirtschaften kennzeichnen die neuen Wege in der Forstwirtschaft. Besonders deutlich wird dies in Waldnaturschutzgebieten wie dem Kermeter. Hier gibt es außerdem Naturwaldzellen, in denen der Wald unbewirtschaftet bleibt. Doch selbst dort sind die neuartigen Waldschäden durch Luftverschmutzung unübersehbar.

Die Besonderheiten des Naturschutzgebietes Kermeter werden Ihnen im Walderlebniszentrum Gemünd vorgestellt. Um einen Einblick in das Handwerk der Köhler zu bekommen, sollten Sie den Schaumeiler am dorfhistorischen Lehrpfad in Simonskall besuchen. Hier können Sie an einer Führung zur Eisenindustrie teilnehmen. Waldgeschichte ist auch das Thema am Waldlehrpfad in Rohren mit historischer Sägemühle und Schaumeiler. Hier wird jährlich ab Pfingstdienstag bis zum darauffolgenden Samstag ein Holzkohlenmeiler aufgeschichtet und abgebrannt. Das Abbrennen endet in einem Meilerfest. Auskünfte zum Meilerfest in Rohren beim Verkehrsamt Monschau.



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