Geschützte Bachtäler in der Rureifel
In der Rureifel finden Sie eine Reihe von außergewöhnlichen Naturschutzgebieten, so die Täler der Olef, des Fuhrts- und Schwalmbachs, der auf deutscher Seite Perlenbach heißt. Sie sind Beispiele für grenzübergreifende Naturschutzprojekte.

Die Perlmuschel gab dem Perlenbach seinen Namen. Obwohl die Muschel dort als ausgestorben gilt, können Sie bei genauerem Hinsehen viele andere natürliche Schätze in diesem knapp 400 Hektar großen Naturschutzgebiet finden. Wie fliegende Edelsteine wirken die tiefblau gefärbten Prachtlibellen im Kampf um ihre Bachreviere. Die meisten Fischarten wie Bachforelle, Groppe und Elritze, die sich hier tummeln, stehen auf der roten Liste der bedrohten Arten.
Bachröhrichte und Hochstaudenfluren sind der Lebensraum für zahllose Insekten, von denen sich ein artenreicher Vogelbestand ernährt. Perlmutter- und Feuerfalter kommen hier vor. Eine besondere Attraktion sind die leuchtend gelben Narzissenwiesen im Frühjahr, ökologisch wertvoll aber auch die Gebirgswiesen mit der würzig duftenden Bärwurz, der purpurroten "schwarzen" Flockenblume und der gelben Arnika.
Wir verdanken diesen Artenreichtum den Bauern, die diese Wiesen über Jahrhunderte hinweg für die Heugewinnung gemäht haben. Mit dem Einsatz moderner und intensiver Bewirtschaftungsformen in den Dörfern lohnte die Mahd in den fernen Tälern nicht mehr und wurde aufgegeben.
Um die Täler dennoch zu nutzen, haben die Eigentümer dort Fichten angepflanzt - und die Wiesen an den Bächen drohten zu verschwinden. Anfang der neunziger Jahre startete der Deutsch-Belgische Naturpark Hohes Venn-Eifel in Zusammenarbeit mit den belgischen und deutschen Behörden sowie Naturschützern eine Rettungsaktion und stoppte die fortschreitende Verfichtung der Talgründe.
Die NRW-Stiftung kaufte große Flächenbereiche für den Naturschutz auf. In Pflegeprogrammen nahmen die Landwirte die traditionelle Mahd als Erhaltungsmaßnahme dieser nährstoffarmen Wiesen wieder auf. Eine ähnliche Biotopstruktur und Geschichte wie das Perlenbachtal hat auch das obere Oleftal. Der Naturpark bietet Veranstaltungen zum Perlenbach-/Fuhrtsbachtal an.
Das Rurtal begeistert durch wertvolle Biotope und attraktive Szenerien. Im Oberlauf zwischen dem Venngebiet und Monschau zeigt sich die Rur als munterer, ungestümer Bach. Wegen ihres Gebirgsbachcharakters ist sie dort unter Naturschutz gestellt. Talabwärts, zwischen Nideggen und Heimbach, ist die Rur ein ausgewachsener Fluss, der sein Bett tief in den roten Sandsteinfelsen eingegraben hat.
Felsen und Wasser werden von Tier und Mensch gleichermaßen beansprucht. Die imposanten Felsvorsprünge sind Lebensraum für Falke und Uhu, ziehen aber auch zunehmend Kletterer an. Ähnlich ist es mit dem Fluss tief unten im Tal: Eisvogel und Wasseramsel müssen sich ihr Jagdrevier mit Kanufahrern teilen. Mit der Einrichtung von Schutzgebieten und einer eingeschränkten Nutzung von Felsen und Rur für Sportler wurden die Konflikte entschärft. Um die Menschen für die Problematik zu sensibilisieren, werden die Konflikte in Veranstaltungen des Naturparks vorgestellt.

