Wälder, Triften, Ackerland
Im Windschatten der Rureifel, des Hohen Venns und der Hocheifel ist die Kalkeifel eine warme und trockene Landschaft. Hier finden Sie Pflanzen, die man sonst eher im südlichen Raum findet.Auf dem Kalkboden haben sich ursprünglich artenreiche Buchen- und Eichenwälder angesiedelt. Das Artenspektrum in ihren Kraut- und Strauchschichten ist besonders groß. Vor allem die Kräuter fallen im Frühjahr durch ihre Blütenpracht auf.
Häufig findet man hier die großen, exotisch anmutenden Blüten des Aronstabs oder den weißen Bärlauch. Als Sträucher sind Stachel- und Johannisbeere typisch. Die Kalkwälder unterscheiden sich darin deutlich von den Wäldern auf dem sauren Schiefer der Rureifel und des Venngebietes. Außerhalb der Kalkmulden kommen aber auch hier in der Kalkeifel magere, bodensaure Wälder mit Blaubeere und Siebenstern vor.
Ein großer Teil der ursprünglichen, natürlichen Wälder musste - wie überall in der Eifel - der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung weichen. Aus diesen ehemaligen Waldflächen entstanden Kalktriften, Wiesen und fruchtbare Äcker. Durch den reicheren Boden wurde die Kalkeifel schon viel früher besiedelt und ist heute stärker ackerbaulich geprägt als die Nachbarräume. Doch auch hier führten moderne Bewirtschaftungsformen zu Artenverarmung in der bäuerlichen Kulturlandschaft. Dennoch konnten im Rahmen von Förderprogrammen die Lebensräume für Wildkräuter durch ungespritzte und ungedüngte Wiesen- und Ackerrandstreifen wieder erweitert werden. Ebenso hat im Rahmen des Mittelgebirgsprogramms die extensive Nutzung von Bachauen mit wenig Weidevieh oder einmaliger Mahd pro Jahr zu einer auffälligen Bereicherung der typischen Pflanzenwelt beigetragen.
Durch die Aufgabenteilung in modernen Betrieben der Landwirtschaft sind auch die durch Nutzungsvielfalt ausgezeichneten alten Haustierrassen vom Aussterben bedroht. Zu ihrem Erhalt werden sie im Freilichtmuseum nachgezüchtet.

