Kalkstein - Geschichtsbuch und Werkmaterial
Der Kalk in den Mulden ist eine Hinterlassenschaft des Meeres. Im mittleren Erdaltertum, vor etwa 370 Millionen Jahren, drang das Meer in die Eifel. Über lange Zeit bildeten sich Riffe. Sie fielen trocken, wurden abgetragen oder versteinerten.Aus dieser Zeit stammt der Fossilienreichtum, der die Artenvielfalt der damaligen Riffe widerspiegelt. Muschelähnliche Armfüßer, Korallenkolonien, Seelilien und Dreilappkrebse sind Zeugen jenes flachen, tropisch-warmen Meeres mit etwa 21 Grad Jahresdurchschnittstemperatur. Versteinerte Rippelmarken im Sandstein erinnern an den Wellenschlag dieser "Eifeler Südsee". Das Naturerlebnisdorf Nettersheim bietet Veranstaltungen zur Erdgeschichte mit Fossiliensammeln an.
Der Kalkstein ist ein wichtiger Rohstoff in vielen Industriezweigen. Er wird sowohl ungebrannt als auch gebrannt verwendet. Gebrannter Kalk etwa dient zur Herstellung von Mörtel, von Kalkmilch für die Trinkwasseraufbereitung oder für Farbtünche, oder wird als Dünger verwendet.
Frühere Methoden der Kalkgewinnung zeigen die historischen Brennöfen bei Nettersheim. Die "Werkshäuser" des Naturerlebnisdorfes bieten eine Ausstellung zur Erdgeschichte und zeigen typische lokale Fossilien. Veranstaltungen zur Geologie der Kalkeifel für kleine und große Besucher gehören zum Programm des Naturschutzzentrums Eifel in Nettersheim.
Doch nicht nur Kalk wurde in der Kalkeifel abgebaut. Im nördlichen Teil, wo Buntsandsein den Untergrund bildet, hat der Eisenerzabbau unübersehbare Spuren hinterlassen. In den Wäldern bei Kall finden Sie große Felder mit Erdmulden von mehreren Metern Durchmesser, meist paarweise angeordnet. Man nennt diese Erdmulden "Pingen". Häufig wurden Halden in unmittelbarer Nähe aufgeschüttet. Unter den Pingen befinden sich historische Schächte und Stollen. Bekannt ist das Pingenfeld "Stahlberg" bei Golbach, dessen Erze in Kall aufbereitet wurden. Aber auch Ortsnamen wie "Ahrhütte" deuten auf historische Eisenhütten und Hammerwerke hin. Führungen zur historischen Eisenindustrie finden Sie im Jahreskalender des Naturparks.

