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Sie sind hier : Landschaften - Die Rureifel
Durchwachserhecken bei Eicherscheid

Hecken, Häuser, Fluren


Die Buchenhecken haben das Monschauer Land seit über drei Jahrhunderten geprägt und sind eine landschaftliche Besonderheit der Eifel. Ein runder Bogen bildet die Hofeinfahrt und gibt den Blick auf das dahinterliegende Haus frei. Von drei Seiten umgibt die Hecke Hof und Garten.

Für den "Durchblick" der Hausbewohner sind an einer Seite Öffnungen in die Buchenwand eingeschnitten. Diese Öffnungen sind noch nicht sehr alt, vielleicht sechzig oder siebzig Jahre. Bis dahin war der Wetterschutz wichtiger als die Fernsicht, denn Heizung und Isolierung der Häuser waren bei weitem nicht so gut wie heute. Denn die Buchenhochhecken halten den kalten Wind und das rauhe Wetter ab, das von den benachbarten Vennhochflächen kommt. Selbst im Winter behalten die riesigen Buchenwände ihre verdorrten Blätter und tragen damit zum Wetterschutz bei. In den Hecken hat man bis zu 300 Jahre alte Bäume gefunden.

Windschutz auf dem Feld

Im freien Feld schützen Durchwachserhecken gegen den Wind und seine Kälte. Durchwachser sind Einzelbäume, die man aus einer Niederhecke hervorwachsen lässt. Der Wind kann durch den oberen Teil einer solchen Hecke hindurch blasen. Dabei wird aber seine Geschwindigkeit abgebremst und seine Kälte und Zerstörungskraft abgemildert. Von diesen Eigenschaften leitet sich der Name "Windschutzhecke" her. Endlos lange Baumreihen bilden diese Hecken entlang der Höfener Wirtschaftswege am Rande des Vennplateaus.

Hamen- und Rechenmacher

Gepflegte Durchwachserhecken liefern heute wertvolles Brennholz. In der Vergangenheit dienten die Buchenstämme auch als Werk- und Möbelholz. Im Monschauer Heckenland haben sich in der Vergangenheit durch den Holzreichtum der Heckenlandschaft besondere Handwerke entwickelt, die heute ausgestorben sind. Dazu gehören das Hamen- und das Rechenmacherhandwerk.

Hamen sind die hölzernen Bestandteile eines Pferde- oder Ochsenkummets und gehören zu einem Gespann. Die Kummets müssen in besonderer Weise gebogen sein. Dies erreichten die Bauern durch das Herunterbinden junger Buchenzweige, die naturgemäß wieder nach oben wuchsen und so die notwendige Beugung für ihre spätere Verwendung erhielten. Die Hamenmacher kauften nur ausgesuchte Stämme von den Bauern.

Heckenschutz und -pflege

Die Pflege von Hecken ist arbeits- und zeitaufwendig. Den Erhalt dieser prächtigen Landschaft ist den Bewohnern des Monschauer Heckenlandes zu verdanken, die seit Jahrhunderten die Hecken durch ihre Pflege erhalten. Der Naturpark und der Kreis Aachen gewähren Aufwandsbeihilfen für die Pflegemaßnahmen von Flur- und Hausschutzhecken.

 



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