Naturpark Hohes Venn - Eifel

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Die Sommerwurz - Schmarotzerpflanze ohne Blattgrün

Die Bachtäler des Schleidener Landes

Das Schleidener Land mit seiner abwechslungsreichen Kulturlandschaft beherbergt eine Vielzahl von naturnahen Lebensräumen, die mosaikartig ineinander greifen und einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen Raum und Struktur zum Leben bieten. Besonders wertvoll sind die - im Oberlauf meist noch unbelasteten - Zuflüsse der Olef. Eines der Bachtäler ist das Schafbachtal. Nahe am Bach gibt es Feuchtwiesen und Quellsümpfe, in denen Fieberklee und Knabenkräuter vorkommen. Extensive Bewirtschaftungsweisen mit geringen Düngergaben haben in der Vergangenheit für den Erhalt solch seltener Arten gesorgt.
An den höher gelegenen Hängen sind die Wiesen trockener und zeigen violette Blütenteppiche aus Storchschnabel. Hier kommt die aromatisch duftende Bärwurz vor, eine Pflanze, die die natürliche Kargheit des Bodens anzeigt. An solchen Hängen sind noch Spuren der traditionellen Flüchsgräben erkennbar, die noch bis in unser Jahrhundert hinein im Frühjahr bei der Schneeschmelze zum Wässern der Wiesen dienten.

Am Rande des benachbarten Höddelbachtals stehen ehemalige Eichenniederwälder. Sie sind daran zu erkennen, dass die Bäume in kleinen Grüppchen zusammenstehen. Diese Baumgrüppchen bildeten sich einst aus dem Stockausschlag, der nach dem Fällen eines Hauptstammes an den Seiten des Stumpfes hervorspross. Heute sind die Stümpfe vermodert, und der Stockausschlag hat sich in eine Baumgruppe verwandelt.

Am Rande solcher Eichenwälder kommen besondere Pflanzen vor, wie die Ginstersommerwurz, eine Schmarotzerpflanze, die kein eigenes Blattgrün ausbildet. Mit Hilfe des Blattgrüns bauen Pflanzen normalerweise lebenswichtige Stoffe auf. Die Sommerwurz hingegen zapft mit ihren Wurzeln Sträucher wie den Ginster an und ernährt sich von deren Saftströmen.
 



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