
Vögel an Fels und Fluss
In einer nur wenige hundert Meter breiten Talsohle windet sich die Rur zwischen bewaldeten Bergen und steil aufragenden Buntsandsteinfelsen von Heimbach bis Obermaubach. In diesem imposanten Talabschnitt mit den mächtigen Buntsandsteinfelsen der Breidels- und Jufferley bietet das Tal vielfältige Lebensräume für eine artenreiche Vogelwelt. Bei einem Spaziergang im Frühling lassen sich zahlreiche Vogelarten beobachten.
Lebensraum Bach
Einer der typischen Lebensräume hier ist die Rur mit ihren Talauen. Das Vorkommen dreier seltener Wasservogelarten ist einer der Gründe für die Unterschutzstellung der Talauen: Wasseramsel, Gebirgsstelze und Eisvogel.
"Das Rurtal ist ein Bereich, in dem verschiedene Interessen aufeinander treffen", erläutert der Biologe. "Das Wasser wird ja oberhalb unseres Standortes im Rursee gestaut und die Abflussmenge künstlich reguliert. So kann die Abflussmenge über Nacht für den Verbrauch der Papierfabriken im flussabwärts gelegenen Düren erhöht werden, was am heutigen Morgen wohl der Fall ist. Möglicherweise wird sie im Laufe des Tages gedrosselt."
Dorfbewohner
In den Gärten der Ortschaft Blens finden sich die typischen "Dorfbewohner" unter den Vögeln: Haussperlinge, Kohl- und Blaumeisen. Auf einem Dachfirst sitzen zwei Stare, auf der Obstwiese Elstern und Rabenkrähen. Der Ruf eines Grünspechtes ertönt. "Hier in dieser Obstwiese, die früher einmal größer war, hat es vor einigen Jahren noch Steinkäuze gegeben, aber mit der Verkleinerung sind die Lebensbedingungen schlechter geworden" erläutert der Ornithologe. "In den umliegenden Wäldern leben Waldkäuze in beachtlichen Beständen. Die Steinkäuze werden von den größeren Waldkäuzen angegriffen und schließlich verdrängt. Auf diese Weise kommt es mit der Veränderung von Lebensräumen zu Veränderungen der Artenzusammensetzung."
Rarität
Hinter dem Dorf weitet sich der Talgrund wieder. In einiger Entfernung sitzt ein Bussard bewegungslos auf einem Zaunpfahl und beobachtet die Aue. Ein Graureiher fliegt auf. Der Weg trifft noch einmal auf die Rur, die hier hinter einer Stromschnelle ruhiger und tiefer dahingleitet. "Dies hier ist ein Bachabschnitt, an dem man in manchen Jahren Eisvögel beobachten kann. Eisvögel benötigen tieferes Wasser, das ruhig fließt, denn sie jagen auf Sicht. Sie sitzen auf den unteren Ästen der überstehenden Erlen und Weiden und stürzen sich von dort in die Flut, um einen Fisch zu erbeuten. Wegen unterschiedlicher Jagdtechniken und Beutespektren können Wasseramsel und Eisvogel im selben Biotop vorkommen, machen sich aber keine Konkurrenz.
Problematisch war hier bis vor zwei Jahren die touristische Nutzung des Flusses durch die Kanufahrer. Doch seit durch die strengeren Schutzmaßnahmen die Zahl der Kanu-Abfahrten begrenzt worden ist, hat der Eisvogel wieder eine Chance, Junge großzuziehen und in diesem Bereich zu überleben".
Lebensraum Wald
Der Weg hat die Talaue durchquert und führt vom Fuß der Steilhänge hinauf in den Wald. Wenn man Glück hat, kann man hier Kleinspechte beobachten. Sie sind nur spatzengroß, schwarz-rot-weiß gefärbt und gehören zu den Raritäten des Rurtals. Hier in diesen klimatisch begünstigten Eichenwäldern kommt außerdem eine ganz große Rarität vor, der "Mittelspecht". Im Gegensatz zu allen anderen heimischen Spechten trommeln die Männchen nicht während der Balz, sondern betören ihre Damen ausschließlich mit ihrer - recht quäkenden - Stimme.
Ein Stück weiter geht der Waldrand in heckenumschlossene Viehweiden über. Schlehen, Weißdorn und Hundsrosen bilden dornige Gestrüppe. Im Wipfel eines Rosenstrauchs ist ein Neuntöter im Ansitz. Diese recht seltenen Vögel fangen Insekten und spießen sie auf die Dornen dieser Gestrüppe auf. Auf uns mag dies grausam wirken, aber für die Vögel ist dies eine Form der Vorratshaltung.
Lebensraum Fels
Schließlich führt der Spazeirgang wieder zurück ins Tal, deutlich sind auf dem gegenüberliegenden Hang die steil abstürzenden Buntsandsteinfelsen zu erkennen. "Die weißen Flecken sind Kotspuren unter Vorsprüngen, auf denen die Turmfalken ansitzen", erklärt Oliver Krischer.
In den Felsen des Rurtals lebt außerdem unsere größte europäische Eule, der Uhu. Das Tier wurde in den 50iger Jahren hier ausgerottet und wurde 20 Jahre später wiedereingebürgert. Allerdings konnte sich das Tier hier nicht mehr vermehren, da seine Bruträume von Kletterern - sicherlich unbeabsichtigt, aber dennoch ständig - gestört wurden. Auch hier haben die vor drei Jahren eingeführten Schutzmaßnahmen gegriffen. Einige der Felsen wurden für Kletterer gesperrt und der Uhu konnte sich seitdem erfolgreich vermehren.
Eine ähnliche Geschichte wie der Uhu hat der seltene Wanderfalke im Rurtal, doch konnte er bisher nicht bis zu einem Bruterfolg geführt werden. Er wurde bisher lediglich einige Male gesichtet.
Bilanz
Schließlich führt die Strecke wieder zurück ins Dorf zur Rurbrücke. Der Wasserstand ist nun niedriger, der Ablass offensichtlich gedrosselt worden, Steine ragen aus dem Wasser. Von der Brücke aus lässt sich mit einem Fernglas gut erkennen, wie die Wasseramsel mit ihrer weißen Brust knicksend auf einem Stein im Wasser steht und sich von dort in den sprudelnden Bach stürzt. Nach einer Weile kommt sie wieder an die Oberfläche, schwimmt für ein paar Sekunden auf den Wellenkämmen und ist blitzschnell wieder auf dem Stein gelandet. Das Wasser perlt von ihrem Gefieder, sie schüttelt sich kurz, knickst ein paar mal und geht sofort wieder auf Jagd.
Wenn man die verschiedenen Vogelarten zusammenzählt, die man während eines Vormittags entdecken kann, kann man auf eine stolze Bilanz von um 30 Arten kommen.
Einer der typischen Lebensräume hier ist die Rur mit ihren Talauen. Das Vorkommen dreier seltener Wasservogelarten ist einer der Gründe für die Unterschutzstellung der Talauen: Wasseramsel, Gebirgsstelze und Eisvogel.
"Das Rurtal ist ein Bereich, in dem verschiedene Interessen aufeinander treffen", erläutert der Biologe. "Das Wasser wird ja oberhalb unseres Standortes im Rursee gestaut und die Abflussmenge künstlich reguliert. So kann die Abflussmenge über Nacht für den Verbrauch der Papierfabriken im flussabwärts gelegenen Düren erhöht werden, was am heutigen Morgen wohl der Fall ist. Möglicherweise wird sie im Laufe des Tages gedrosselt."
Dorfbewohner
In den Gärten der Ortschaft Blens finden sich die typischen "Dorfbewohner" unter den Vögeln: Haussperlinge, Kohl- und Blaumeisen. Auf einem Dachfirst sitzen zwei Stare, auf der Obstwiese Elstern und Rabenkrähen. Der Ruf eines Grünspechtes ertönt. "Hier in dieser Obstwiese, die früher einmal größer war, hat es vor einigen Jahren noch Steinkäuze gegeben, aber mit der Verkleinerung sind die Lebensbedingungen schlechter geworden" erläutert der Ornithologe. "In den umliegenden Wäldern leben Waldkäuze in beachtlichen Beständen. Die Steinkäuze werden von den größeren Waldkäuzen angegriffen und schließlich verdrängt. Auf diese Weise kommt es mit der Veränderung von Lebensräumen zu Veränderungen der Artenzusammensetzung."
Rarität
Hinter dem Dorf weitet sich der Talgrund wieder. In einiger Entfernung sitzt ein Bussard bewegungslos auf einem Zaunpfahl und beobachtet die Aue. Ein Graureiher fliegt auf. Der Weg trifft noch einmal auf die Rur, die hier hinter einer Stromschnelle ruhiger und tiefer dahingleitet. "Dies hier ist ein Bachabschnitt, an dem man in manchen Jahren Eisvögel beobachten kann. Eisvögel benötigen tieferes Wasser, das ruhig fließt, denn sie jagen auf Sicht. Sie sitzen auf den unteren Ästen der überstehenden Erlen und Weiden und stürzen sich von dort in die Flut, um einen Fisch zu erbeuten. Wegen unterschiedlicher Jagdtechniken und Beutespektren können Wasseramsel und Eisvogel im selben Biotop vorkommen, machen sich aber keine Konkurrenz.
Problematisch war hier bis vor zwei Jahren die touristische Nutzung des Flusses durch die Kanufahrer. Doch seit durch die strengeren Schutzmaßnahmen die Zahl der Kanu-Abfahrten begrenzt worden ist, hat der Eisvogel wieder eine Chance, Junge großzuziehen und in diesem Bereich zu überleben".
Lebensraum Wald
Der Weg hat die Talaue durchquert und führt vom Fuß der Steilhänge hinauf in den Wald. Wenn man Glück hat, kann man hier Kleinspechte beobachten. Sie sind nur spatzengroß, schwarz-rot-weiß gefärbt und gehören zu den Raritäten des Rurtals. Hier in diesen klimatisch begünstigten Eichenwäldern kommt außerdem eine ganz große Rarität vor, der "Mittelspecht". Im Gegensatz zu allen anderen heimischen Spechten trommeln die Männchen nicht während der Balz, sondern betören ihre Damen ausschließlich mit ihrer - recht quäkenden - Stimme.
Ein Stück weiter geht der Waldrand in heckenumschlossene Viehweiden über. Schlehen, Weißdorn und Hundsrosen bilden dornige Gestrüppe. Im Wipfel eines Rosenstrauchs ist ein Neuntöter im Ansitz. Diese recht seltenen Vögel fangen Insekten und spießen sie auf die Dornen dieser Gestrüppe auf. Auf uns mag dies grausam wirken, aber für die Vögel ist dies eine Form der Vorratshaltung.
Lebensraum Fels
Schließlich führt der Spazeirgang wieder zurück ins Tal, deutlich sind auf dem gegenüberliegenden Hang die steil abstürzenden Buntsandsteinfelsen zu erkennen. "Die weißen Flecken sind Kotspuren unter Vorsprüngen, auf denen die Turmfalken ansitzen", erklärt Oliver Krischer.
In den Felsen des Rurtals lebt außerdem unsere größte europäische Eule, der Uhu. Das Tier wurde in den 50iger Jahren hier ausgerottet und wurde 20 Jahre später wiedereingebürgert. Allerdings konnte sich das Tier hier nicht mehr vermehren, da seine Bruträume von Kletterern - sicherlich unbeabsichtigt, aber dennoch ständig - gestört wurden. Auch hier haben die vor drei Jahren eingeführten Schutzmaßnahmen gegriffen. Einige der Felsen wurden für Kletterer gesperrt und der Uhu konnte sich seitdem erfolgreich vermehren.
Eine ähnliche Geschichte wie der Uhu hat der seltene Wanderfalke im Rurtal, doch konnte er bisher nicht bis zu einem Bruterfolg geführt werden. Er wurde bisher lediglich einige Male gesichtet.
Bilanz
Schließlich führt die Strecke wieder zurück ins Dorf zur Rurbrücke. Der Wasserstand ist nun niedriger, der Ablass offensichtlich gedrosselt worden, Steine ragen aus dem Wasser. Von der Brücke aus lässt sich mit einem Fernglas gut erkennen, wie die Wasseramsel mit ihrer weißen Brust knicksend auf einem Stein im Wasser steht und sich von dort in den sprudelnden Bach stürzt. Nach einer Weile kommt sie wieder an die Oberfläche, schwimmt für ein paar Sekunden auf den Wellenkämmen und ist blitzschnell wieder auf dem Stein gelandet. Das Wasser perlt von ihrem Gefieder, sie schüttelt sich kurz, knickst ein paar mal und geht sofort wieder auf Jagd.
Wenn man die verschiedenen Vogelarten zusammenzählt, die man während eines Vormittags entdecken kann, kann man auf eine stolze Bilanz von um 30 Arten kommen.






