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Sie sind hier : Landschaften - Die Rureifel
Überwinterer auf dem Bootssteg des Stausees

Überwinternde Wasser- und Waldvögel


In die kalte, klare Luft dieses Februarmorgens erhebt sich der feine Dunst des Stausees Obermaubach. Reif bedeckt den Bootssteg. Scharen von überwinternden Wasservögeln bevölkern den Steg und die festgemachten Boote. Tafelenten mit weißgrauem Rücken und rostrotem Kopf sowie dunkelgraue Blässhühner gehören zu den häufigsten Vogelarten, die den Winter an diesem Stausee verbringen. Neben den ebenfalls häufigen Stockenten sind Reiherenten mit ihrem kleinen schwarzen Schopf zu erkennen.
Der Stausee Obermaubach ist von geringerer Tiefe als die anderen Stauseen der Rureifel. Die Winterzeit bietet Gelegenheit, Vögel an diesem See zu beobachten, die zu den anderen Jahreszeiten hier nicht vorkommen, denn eine Reihe von Wasservogelarten aus dem europäischen Norden nutzen ihn zum Überwintern. Der Deutsch-Belgische Naturpark bietet hier in jedem Jahr eine Winterführung an.

Besonders günstig sind Jahre, in denen der See zugefroren ist. Dann drängen sich die Vogelscharen auf der kleinen offenen Fläche an der Staumauer. Dort, nahe am Abfluss, ist das Wasser des Sees stärker in Bewegung und friert nur selten zu.

Stock- und Tafelenten fallen mit ihren Prachtgefiedern als erste ins Auge. In der schräg stehenden Wintersonne schillern die auffälligen Farben der Männchen in dunklem Grün oder rostfarbenem Braun. Mitten in der Menge befinden sich zwei Gänse mit grauen Flügeldecken, schwarzem Hals und schneeweißem Gesicht. "Diese seltenen Weißwangengänse halten sich eigentlich eher an den Meeresküsten auf, brüten jedoch auch gelegentlich in Flußauen mit steilen Geröllhalden" erläutert Biologe Oliver Krischer seiner Besuchergruppe.

Einer der Teilnehmer hat ein Spektiv mitgebracht. Es ist auf einem Stativ befestigt und vergrößert besonders stark. Er entdeckt unter den zahlreichen Enten und Blässhühnern einen Gänsesäger. Die anderen Gäste richten ebenfalls Ihre Ferngläser auf die große Schar der dunklen Punkte, die die Wasseroberfläche in der Ferne sprenkeln. Auf den ersten Blick einer Stockente ähnlich, wird der Säger jedoch mit seinem schmalen, gebogenen Schnabel bald als Fischfänger und geschickter Taucher enttarnt.

Oliver Krischer erläutert das merkwürdige und interessante Brutverhalten dieser Tiere: Gänsesäger sind Höhlenbrüter, die mit Vorliebe in hohlen Bäumen brüten - und zwar möglichst hoch. Sie nehmen jedoch auch mit Felshöhlen, Ruinen oder alten Scheunen Vorlieb und richten dort große Gelege mit manchmal über zehn Eiern ein. Schon gleich nach dem Schlüpfen können die Jungen mit ihren Schnäbeln, Krallen und Flügeln ganz gut klettern, springen von höher gelegenen Baumästen oder Felsvorsprüngen in die Tiefe zum Boden und suchen von dort mit ihren Eltern das Wasser auf.
 



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