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Sie sind hier : Landschaften - Die Rureifel
Heckenlandschaft bei Mützenich

Pflege von Flurhecken im Monschauer Heckenland

...mit Landwirt Viktor Förster

Nebel, Schneefall und Regen haben in den letzten Tagen die Rureifel mit nasskaltem Winterwetter überzogen. In der vorangegangenen Nacht jedoch ist die Witterung umgeschlagen: trockene Kälte hat an diesem Wintermorgen die Dörfer und Felder mit einer dünnen Schneedecke überpudert, und Rauhreif zeichnet Zweige und Grashalme mit weißen Kristallen nach. Die Sonne setzt der Zuckerbäckerlandschaft Glanzlichter auf.

An einem solchen Tag ist ein Spaziergang durch das Monschauer Heckenland ein besonderes Erlebnis. Die hohen, weißen Kronen der Buchen in den Durchwachserhecken verwandeln das dichte Heckennetz zwischen Huppenbroich und Eicherscheid in einen Märchenwald. In schwarzweißen Kontrasten bilden die verwachsenen, knorrigen Stämme im unteren Teil der Hecken phantastische Fabelwesen. Die Sonne zeichnet das Muster der blattlosen Zweige auf den Schnee, und ein vielfältiges, leises Knacken im gefrorenen Geäst deutet an, dass das weiße Kunstwerk sehr vergänglich ist.

In die prachtvolle Landschaft hinein ertönt ein fernes Klopfen. Ein Landwirt werkelt an seiner Hecke. Das Geräusch übertönt das Knacken der Märchenlandschaft und bringt zu Bewusstsein, dass dieses Heckengebiet nicht von selbst entstanden, sondern das Ergebnis jahrhundertealter bäuerlicher Tradition und aufwendiger Pflege ist.

"Hecken muss man im Winter schneiden, wenn kein Saft in den Zweigen ist", erklärt Viktor Förster aus Eicherscheid. Denn kalte Temperaturen vermindern das Risiko für Krankheiten durch die Schnittwunden an den Bäumen. An vielen Hecken sieht man jetzt die Spuren der Pflege: Entlang der hohen Buchenreihen liegen Reisighaufen.

Viktor Förster prüft die Dichte der Durchwachser und schneidet mit einer langarmigen Heckenschere einzelne Äste über der Basishecke heraus.

"Dieser hier hatte zu wenig Licht, er wurde von seinem Nachbarn beschattet und ist seitlich ausgebüchst", erläutert er und zeigt auf einen bereits kräftigen, aber schräg verformten Durchwachser. "Den muss ich mit der Motorsäge herausholen, das gibt Brennholz."

"Mein Vater war ebenfalls ein "Heckenverröckter" ", fährt der traditionsbewusste Eifeler lachend fort. "Das habe ich von ihm geerbt". Die vorige Generation arbeitete noch mit der "Hippe", dem traditionellen Schlagmesser. Der Umgang mit diesem Werkzeug erforderte handwerkliches Geschick. Mit einem guten Schlagwinkel konnte man den Kraftaufwand herabsetzen. Bei dickeren Ästen musste man weit ausholen und stets genau dieselbe Kerbe treffen.

Mit der Hippe wurden die Durchwachser "aufgeastet" und wuchsen zu geraden, astreinen Nutzstämmen hoch. Von großer Bedeutung ist es dabei, den Hauptstamm nicht zu verletzen, denn lebenswichtige Saftströme des Baumes verlaufen dicht unter der Rinde. "Die Krone muss beim Aufasten ausreichend groß bleiben", sagt der Landwirt. Auf diese Weise kann das Blätterdach im Sommer mit Hilfe des Lichts genügend Stoffe für den Aufbau des Holzes erzeugen. Die Durchwachserhecken lieferten in der Vergangenheit wertvolles Werk- und Möbelholz.

Auch als Schutz gegen Wind und Wetter für Feldfrucht und Vieh waren die Buchenhecken geeignet. Doch gibt es hier eine Einschränkung: Das Weidevieh betrachtet das Buchenlaub durchaus als schmackhafte Beikost zu Gräsern und Kräutern, deshalb müssen Buchenhecken durch zusätzliche Zäune vor den Tieren geschützt werden. "Im Frühjahr ziehe ich einen Elektrozaun im Abstand von gut einem Meter vor der Hecke. Das schützt vor Verbissschäden", erläutert Viktor Förster.

Das Heckengebiet wäre ohne die Pflege seiner engagierten Bewohner nicht in dieser charakte- ristischen Ausprägung vorhanden. "Ja, Zuschüsse gibt es vom Naturpark für das Pflegen der Flurhecken", freut sich der Landwirt. "Man wird nicht reich davon, aber es ist dennoch eine freundliche Anerkennung für die Arbeit, die man zum Erhalt der Landschaft leistet".

Wenn Sie im deutschen Teil des Naturparks wohnen, können Sie unten online einen Heckenpflegeantrag stellen. Sie kommen damit zur Webseite der Stadt Monschau.

 



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