Naturpark Hohes Venn - Eifel

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Männchen und...

Im Naturschutzgebiet Wirfttal

Südlich von Stadtkyll schlängelt sich die Wirft durch ihr idyllisches Tal nach Norden und mündet schließlich in die Kyll. Bevor der Bach das Ferienzentrum "Wirfttal" erreicht, durchfließt er ein Naturschutzgebiet, das wertvolle ökologische Kleinode beherbergt.

Was das Wirfttal so wertvoll macht, ist das mosaikartige Ineinandergreifen höchst unterschiedlicher Lebensräume: Der unbelastete Bach wird von Feuchtgebieten und Hochstaudenfluren gesäumt, die an den Hängen in magere Halbtrockenrasen mit Bärwurz übergehen. Gebüschinseln haben sich auf den offenen Flächen angesiedelt, werden zum Wald hin dichter und gehen schließlich in Walddickicht über. Eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten findet hier Platz zum Leben. Einige von ihnen sind gerade an die Übergangszonen verschiedener Lebensräume angepasst.

Übergangsbiotope

So benötigt z.B. der Kaisermantel, ein prächtiger Tagfalter mit oranger Grundfarbe und braunem Fleckenmuster, Waldsäume als Lebensraum. Die Weibchen legen im Sommer Eier auf die Rinde von Bäumen. Die winzigen Räupchen schlüpfen noch im Herbst und verstecken sich in den Ritzen der Baumrinde, um dort zu überwintern. Erst im Frühjahr kriechen sie von den Bäumen herunter auf den Boden, wo sie Veilchen aufsuchen, um dort zu fressen und zu wachsen.

Veilchen benötigen zum Leben mehr Licht, als im tiefen Wald vorhanden ist, sie gedeihen daher nur an den Rändern des Waldes oder an Waldwegen. Die Bäume mit den Gelegen dürfen daher nicht sehr weit von den Veilchen entfernt sein, sonst könnten die kleinen Räupchen ihre lange Reise nicht überleben. Daher legen die Kaisermantel-Weibchen ihre Eier nur auf Bäume in der Nähe der Futterquellen. Aus diesem Grund ist der Kaisermantel eine typische Lebensform des Waldsaums, also eines Übergangsbiotops. Auf den obigen Bildern unterscheidet sich das Männchen vom Weibchen durch seine mit dunkelbraunen "Duftschuppen" besetzen Flügeladern. Das Weibchen ist außerdem stärker olivefarben.

Geschützte Seltenheiten wie Randringperlmutterfalter und Blauschillernder Feuerfalter kommen in diesem Naturschutzgebiet ebenfalls vor.

Artenreiche Vogelwelt

Neben den Insekten ist in diesem Naturschutzgebiet auch die Vogelwelt sehr artenreich. Im Mai haben die zurückgekehrten Zugvögel wie Goldammer und Mönchsgrasmücke ihre Reviere besetzt und sind dabei, Junge großzuziehen. Dabei verhalten sie sich bei der Nahrungsbeschaffung leise und unauffällig, um mögliche Feinde nicht auf das Nest aufmerksam zu machen. Bevor sie das Nest anfliegen, warten sie erst einmal an einem Aussichtsplatz in der Nähe und sichern.

Neben der Vorsicht gegenüber Fressfeinden müssen die Vögel jedoch auch ihr Revier gegen die Konkurrenz aus der eigenen Art verteidigen. Dies geschieht ganz und gar nicht unauffällig, nämlich mit der Hilfe von lautem Gesang. Morgens und abends sitzen die Männchen exponiert auf Zweigen und grenzen das Familienrevier akustisch gegen das der Nachbarn ab. Denn nur durch eine bestimmte Reviergröße ist eine ausreichende Nahrungsmenge zur Versorgung einer mehrköpfigen Familie gewährleistet.

 



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