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Naturnaher Buchenwald

Auf dem Schwarzen Mann

Das Waldbild der Eifel ist heute stark durch Fichtenforste geprägt, die weit über die Hälfte der Waldbestände ausmachen. Dies war nicht immer so. Die natürlichen Wälder der Eifel wurden noch in der ersten Hälfte unseres Jahrtausends ausschließlich von Laubbäumen gebildet, vor allem Eichen und Buchen.

Köhler und kahle Berge

Eine der Ursachen für den Wandel liegt in der aufsteigenden Eisenindustrie der Eifel im 16. Jahrhundert. Sie benötigte große Mengen an Holzkohle, die durch die Köhlerei aus den Buchenwäldern der Eifel gewonnen wurde. Das Schmelzen des Erzes erforderte größere Hitzen, als mit Holz erzeugt werden konnte, daher musste es zu Holzkohle veredelt werden. Noch heute findet man aus dieser Zeit in den Wäldern gelegentlich alte Meilerplätze.

Rußig war das Gewerbe der Köhler, der Wald von beißenden Dämpfen des schwelenden Holzes geräuchert. Wenn diese Männer, die über Wochen im Wald hausten, mit schwarzen Gesichtern in die Dörfer zurückkehrten, waren sie eher Schreckfigur denn Sympathieträger. Der Kinderreim "Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann" hat sicherlich dort seinen historischen Ursprung. Auch traditionelle Familiennamen wie "Kölzer" oder "Köhler" sind weit verbreitet und erinnert an diesen ausgestorbenen Berufszweig, ähnlich wie der "Schwarze Mann", der mit stattlichen 689 m Höhe die höchste Erhebung der Schneifel bildet.

Preußenbaum

Die Meilerplätze sind Zeugnisse des traditionellen Köhlerhandwerks, gleichzeitig aber auch historischer "Tatort" einer flächendeckenden Zerstörung der natürlichen Wälder. Die Köhlerei für die Eisenerzindustrie hat den Eifelwald bis zum 19. Jahrhundert nahezu vernichtet.

Als schnelle Rettungsmaßnahme für die kahlen Flächen wurden im letzten Jahrhundert von den Preußen die Fichten großflächig angepflanzt. Nach den beiden Weltkriegen, in denen über Reparationshiebe weitere Male riesige Kahlflächen entstanden, wurde aus der Not heraus wiederholt mit Fichten aufgeforstet. Diese Aufforstungen mit dem "Preußenbaum" prägen noch heute das Waldbild der Eifel.

Wald: Verschiedene Funktionen

Allerdings werden in neuester Zeit verstärkt naturnahe Wälder angelegt. Denn außer der Holzproduktion wurden auch den anderen Funktionen der heimischen Wälder Bedeutung zuerkannt: dem Erhalt der Bodenfunktionen, der Wasserspeicherung, der Luftreinhaltung, dem Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und der Erholungsfunktion für die Menschen.

Zwar gibt es auch heute noch an einigen Stellen der Eifel Reste alter Buchenwälder mit Baumriesen, die mit ihren ausladenden Kronen schwindelerregende Höhen erreichen, doch sind unsere modernen Wirtschaftswälder darauf nicht ausgelegt. Denn "reife" Bäume, die einen gewissen Umfang erreicht haben, werden entnommen, da das Holz mit zunehmendem Alter an Qualität verliert.

Mangelware Altholz

"Altholz", wie die Förster große alte Bäume nennen, ist demzufolge Mangelware in unseren Wirtschaftswäldern. Doch bietet gerade Altholz verschiedene Lebensräume, die nicht oder nur schwer zu ersetzen sind. Vor allem auf alten Eichen finden sich verschiedene Flechtenarten, die auf jungen Bäumen nicht vorkommen. Schwarzspechte meißeln ihre Höhlen nur in Altholz. Rauhfußkäuze brüten als Nachmieter in verlassenen Höhlen des Schwarzspechts. Für Rauhfußkäuze müssen mangels natürlicher Gelegenheit häufig künstliche Nisthöhlen eingerichtet werden.

 



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