
Vögel
Auch das Birkhuhn wird als Relikt der letzten Kaltzeit angesehen. Am Ende dieser Zeit, vor etwa 10.000 Jahren, zog sich die Population oberhalb des 5. nördlichen Breitengrades zurück und lebt seitdem in der Taiga Nordeuropas (Norwegen, Schweden, Finnland) und Russlands.
Außerhalb dieser Bestände findet man kleine Restgruppen in Bergregionen. Das Hohe Venn ist eines der letzten Refugien an der westlichen Verbreitungsgrenze. Die letzte Bestandsaufnahme ermittelte etwa 20 Birkhähne, die auf den Balzplätzen gezählt wurden.
Der Rückgang dieser Art im Laufe der letzten 30 Jahre ist besonders auf das Klima zurückzuführen: milde Winter; kühle Frühjahre mit zu viel Feuchtigkeit in den ersten Lebenswochen (März-Juni) der Küken sowie im Herbst, wenn Fettreserven für den Winter angelegt werden.
Auch der Wiesenpieper ist ein typischer Vogel der offenen Landschaft. Nicht selten richtet dieser Bodenbrüter sein Nest unter den Pfeifengrashorsten des Venns ein. Er füttert seine Brut mit Insekten und Spinnen. In baumbestandenen Moorheidegebieten findet man den eng verwandten Baumpieper. Wo die Öhrchenweide wächst, kommen Weiden- und Sumpfmeise vor. Auch der Feldschwirl mit seinem charakteristisch-monotonen Gesang brütet in den Pfeifengras-Heiden und Niedermooren.
Wo Seggen und Binsen das Landschaftsbild prägen, lebt die Rohrammer, ein bräunlicher Singvogel der tiefergelegenen Gebiete mit schwarzem Kopf und Hals. In den gleichen Lebensräumen, aber etwas höher gelegen, kommt das Braunkehlchen vor.
An Greifvögeln sind Mäusebussard, Kornweihe, Sumpfohreule und Rauhfußkauz erwähnenswert. Der Rauhfußkauz stammt ursprünglich aus den großen Waldgebieten Nordeuropas und nistet erst seit 1963 in den alten Nadelwäldern des Vennplateaus.

