Naturpark Hohes Venn - Eifel

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Grasfrösche mit Laichballen

Froschkonzert und Krötenbalz

Südlich von Mechernich liegt eine Landschaft, in der aufgrund der früheren Bleierzgewinnung eine für die Eifel außergewöhnliche Häufung kleiner Gewässer entstanden ist. Viele dieser Teiche, Tümpel und Gräben, die heute von Wald umgeben sind, hatten ursprünglich eine Bedeutung in der Erzaufbereitung, wie der große Buchholzweiher. Aufgrund des großen Gewässerangebotes kann man in dieser Landschaft, die außerdem noch sehr unterschiedliche Lebensräume bietet, eine Vielzahl interessanter Tierarten finden.
Zu den interessantesten Tiergruppen zählen die Amphibien. Dazu gehören Frösche, Kröten und Molche ? solche Tiere, die amphibisch, d.h. einen Teil ihrer Lebenszeit innerhalb, den anderen Teil außerhalb des Wassers verbringen. Etwa zehn Amphibienarten in z.T. großen Populationen sind bei Mechernich gefunden worden. Das Gebiet ist also ein gutes Beispiel für die "Natur aus zweiter Hand".

Was die Lebensstrategie der Amphibien angeht, so sind diese Tiere grundsätzlich an das Leben im Tümpel angepasst. Tümpel sind Lebensräume, die für eine Zeit im Jahr austrocknen. Sie füllen sich in der kalten Jahreszeit mit Grundwasser, Niederschlägen oder Schmelzwasser und verlieren ihr Wasser während der Sommermonate durch den nachlassenden Eintrag und die zunehmende Verdunstung. Schon früh im Jahr laichen Erdkröte, Grasfrosch, Berg-, Teich- und Fadenmolch in den Tümpeln. Denn die Entwicklung ist immer ein Wettlauf mit der Zeit: Die Larven, wie z.B. die Kaulquappen des Grasfroschs atmen durch Kiemen und sind auf Wasser angewiesen. Erst wenn ihre Entwicklung soweit fortgeschritten ist, dass sich Lungen gebildet haben, mit denen sie Luft atmen können, können sie das Wasser verlassen ? falls der Tümpel nicht vorher ausgetrocknet ist. Ein großer Teil des Laichs und der Larven geht auf diese Weise zugrunde, doch ein noch größerer überlebt.

Viele Amphibien wählen die Tümpelgröße zum Ablaichen so aus, dass sie das Wasser bis zur Beendigung der Larvenzeit halten, oder wählen gleich einen größeren Teich, der das ganze Jahr über mit Wasser gefüllt bleibt. Doch in Teichen ist auch die Anzahl der Feinde größer, die Laich und Larven bedrohen. Viele Kaulquappen werden Opfer und Nahrungsgrundlage anderer Teichbewohner: Für Stockenten ist Laich ein leckeres Zubrot, und Wasserwanzen oder die großen Libellen und Wasserkäfer, die ebenfalls ihre Larvenzeit in Teichen verbringen, verschmähen Kaulquappen nicht.

Zum Sommer verlassen die Amphibien die Tümpel und Teiche, in denen sie sich von Kleinstlebewesen ernährt haben und suchen ihre Nahrung nun in der Form von Insekten auf den umgebenden Feuchtwiesen. Ein Tümpel oder Teich reicht also für das Leben der Amphibien nicht aus ? auch das umgebende Umland muss ausreichend Nahrung und Deckungsräume bieten. Das mag der Grund dafür sein, warum in manchen Gartenteichen, die in gut gepflegte Rasenflächen eingebettet sind, keine Amphibien siedeln.
Zum Herbst verkriechen sich die wechselwarmen Tiere unter Steinen und in der Erde, um geschützt zu überwintern und von ihren Nahrungsreserven zu zehren, die sie sich im Verlauf des Sommers angefressen haben. Im Frühjahr verlassen sie ihr Versteck und wandern zu den Gewässern, um sich zu paaren und zu laichen. Vor allem abends sind in dieser Zeit die regelmäßigen Knurrlaute der Grasfrösche und das metallische Grunzen der Erdkröten zu hören, die ihre Balz begleiten. Gelegentlich lässt sich hier im Mechernicher Raum auch der Feuersalamander beobachten. Vielleicht ist das Wetter ausreichend mild, so dass zu diesem Termin Mitte April bereits die etwas später laichenden Arten wie Wasserfrösche und Geburtshelferkröten unterwegs sind.
 



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