
Meerestiere der Eifel
Mit den Fragen der Entstehung und des Alters der Fossilien hat man sich schon vor 2000 Jahren beschäftigt. Erste schriftliche Zeugnisse über Versteinerungen in der Eifel jedoch sind erst ca. 200 Jahre alt. Seitdem ist die Eifel ein bekanntes Forschungsgebiet zahlreicher in- und ausländischer Geologen und Paläontologen geworden. Nicht selten ermöglichen die Funde neue Erkenntnisse für die Forschung. In den letzten Jahrzehnten wird sie auch verstärkt von Hobbysammlern besucht. Für die Hobbysammler wird ein ernsthafter, verantwortungsvoller und schonender Umgang mit dem Fundmaterial angestrebt, da Unkenntnis und Achtlosigkeit zu nicht wieder gutzumachenden Schäden führen können.
Eifelmeer
Die Versteinerungen in der Eifel sind vor ca. 350 bis 400 Millionen Jahren entstanden. Dieser erdgeschichtliche Zeitabschnitt wird Devon genannt und in Unter-, Mittel- und Ober-Devon untergliedert. Zu dieser Zeit war die Eifel von einem 100 bis 200 m tiefen Flachmeer, dem Devonmeer, bedeckt. Da es sich in der Nähe des Äquators befand, kann man eine Wassertemperatur von ca. 20 Grad annehmen. Vor allem im Mittel-Devon existierten Korallenriffe und Lagunen, die mit denen der heutigen Südsee vergleichbar sind.
Von den Tieren, die dieses Meer bewohnten, sind mit einigen Ausnahmen nur die Hartteile erhalten; das können Schalen von Muscheln oder Brachiopoden, Gehäuse von Schnecken, Panzer von Trilobiten, einer heute ausgestorbenen Tiergruppe oder Stützskelette von Korallen sein. Nur jene Tiere, die nach ihrem Tode sofort von Ablagerungen von Sand oder Schlamm zugedeckt wurden und damit vor Aasfressern und Verrottung geschützt waren, hatten die Chance, als Versteinerung überliefert zu werden. Nun mussten sie noch das sich über viele Jahr Millionen hinziehende Absenken des Meeresbodens überstehen. In dieser Zeit ging mit dem Ablagern von mehreren hundert Metern Sediment, unter dessen Druck der Schlamm zu Stein wurde, das Devonmeer zurück und gewaltige endogene Kräfte hoben und falteten den ehemaligen Meeresboden zu mächtigen Gebirgszügen auf, die dann durch Wind und Wetter zur heutigen Mittelgebirgshöhe abgetragen wurden. Erst jetzt können die Versteinerungen auf die Entdeckung durch Sammler warten.
Eifeler Kalkmulden
Der Großteil der Eifel wird von unterdevonischen Ablagerungen gebildet, während das jüngere Mittel-Devon nur in sogenannten Eifeler Kalkmulden erhalten geblieben ist. Unter den Kalkmulden ist die Prümer Mulde herausragend. Sie ist mit 240 qkm die größte und enthält als einzige eine fast lückenlose, fossilreiche Gesteinsabfolge bis ins Ober-Devon, was sie für die Forschung sehr interessant macht. An einer Fundstelle bei Schönecken/Wetteldorf wurde von der Wissenschaft die Grenze zwischen Unter- und Mittel-Devon festgelegt und ist seit 1981 der weltweit einzig gültige Maßstab.
In Prüm und Schönecken befinden sich zwei geologische Lehrpfade, und eine bebilderte Broschüre dazu ist vorhanden. Außerdem zeigt die Informationsstätte "Mensch und Natur" in Prüm eine umfangreiche Sammlung von Fossilien überwiegend aus dem Unter-Devon der Prümer Mulde.






