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Sie sind hier : Landschaften - Kalkeifel
Insektenbestimmung - die Insekten werden eingefangen und nach der Bestimmung wieder freigelassen

Schwalbenschwanz und Warzenbeißer

Das Landschaftsbild der Kalkeifel wird von den Eifeler Kalkmulden geprägt, die der Landschaft ihren Namen gegeben haben. Die Kalkmulden sind eine Hinterlassenschaft des Meeres, das vor etwa 360 Millionen Jahren hier Korallenriffe schuf und den Kalk auf dem damaligen Meeresgrund ablagerte. In den meisten Gebieten der Kalkeifel wurden die kalkführenden Schichten im Laufe der Zeit wieder abgetragen. Der Kalk kommt heute nur in solchen Gebieten vor, die durch ihre Muldenform vor Erosion stärker geschützt waren.

Eine der bekannteren Mulden ist die Prümer Kalkmulde. Hier liegt das ausgedehnte Naturschutzgebiet der Schönecker Schweiz, das sich durch seine an Kalkboden angepasste Pflanzen- und Tierwelt auszeichnet.

Vor allem die Kalkmagerrasen mit ihrer Blütenfülle bieten reichlich Lebensraum für geschützte Arten. Händelwurz und Katzenpfötchen, Wundklee und Rosslauch sprenkeln die Wiesen. Farbenprächtige Schmetterlinge wie Distelfalter, Schachbrett, Heufalter, Admiral und Schwalbenschwanz ergänzen die Farbenpracht. Tiefrote Flecken auf dunkelgrauem Grund sind das Markenzeichen der "Blutströpfchen", einer Kleinfalterart, die sich jetzt häufig bei der Paarung beobachten lässt.

Insektenvielfalt

Beeindruckend ist die große Artenzahl der Bläulinge. Mindestens drei Arten erfasst man auf den ersten Blick. Ihre Unterscheidung ist fast eine eigene Wissenschaft, denn nur geringe Farbunterschiede zeichnen die verschiedenen Arten aus. Interessant ist, dass zum Beispiel der Heidewiesenbläuling in Symbiose mit Ameisen lebt. Die Raupen leben zunächst von Pflanzen, und werden dabei von Ameisen besucht. Diese "betrillern" die Raupen, d.h. sie betasten sie intensiv mit ihren Fühlern. Das veranlasst die Raupen, einen Tropfen Nahrungsflüssigkeit aus einer Drüse am Rücken abzugeben, den die Ameise ihrerseits aufnimmt. Nach einiger Zeit wird die Raupe als lebender Nahrungsspender in das Ameisennest geschleppt, doch hier entpuppt sie sich nun als Schmarotzer. Sie frisst ihrerseits die Ameisenbrut, überwintert im Nest, verpuppt sich im Frühjahr, schlüpft und verlässt dann das Ameisennest, um den gleichen Zyklus wieder neu in Gang zu setzen.

Doch auch die weniger farbenprächtigen Insekten sind eine interessante Lebewelt: so der Warzenbeißer, eine Singschrecke mit langen Fühlern, die sich überwiegend von anderen Insekten, gelegentlich auch von Pflanzen ernährt. Früher hat man diese Heuschrecken gefangen, um sie auf Warzen an den Händen zu setzen. Der Saft, den diese Tiere beim Hineinbeißen in die Haut abgeben, soll Warzen zum Verschwinden bringen.

Der Insektenreichtum von blütenreichen Magerwiesen ist beachtlich. In großen Mengen leben die - meist geflügelten - Summer und Brummer in der Nähe ihrer nektarspendenden Nahrungsquellen und bilden einen bedeutenden Teil im Nahrungsnetz des Naturhaushaltes. Vor allem für die insektenfressenden Vögel wie Schwalben und Mauersegler, aber auch für Kleinsäuger, Frösche und Feuersalamander bilden sie eine lebenswichtige Voraussetzung. Der Erhalt dieser Nahrungsnetze ist eine der wesentlichen Aufgaben unserer Naturschutzgebiete.

 



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