
Im Lampertstal und auf den Alendorfer Kalktriften
Wie lichte Wälder wirken schon aus der Ferne die Wacholderbestände der Alendorfer Kalk-Triften mit ihrem Blütenmeer und der artenreichen Insektenfauna. Dottergelb leuchten im Frühling die Schlüsselblumen, und in dunklem Violett heben sich Mannsknabenkräuter vom frischen Grün des Waldrandes ab.
Kalkmagerrasen sind besondere Lebensräume. Der Boden über dem Gestein ist dünn, und Niederschläge versickern schnell im zerklüfteten Untergrund. Wasser ist in bedeutend geringerem Maße für die Pflanzen verfügbar als etwa auf Lehmböden.
Die Pflanzen sind daran angepasst und können längere Durststrecken überdauern. Auch Hitze ist ein Faktor, der vor allem an Südhängen eine Rolle spielt. Bis über 60°C kann der Boden an manchen Stellen warm werden - auch an solche extremen Bedingungen sind die pflanzlichen Überlebenskünstler angepasst.
Blütenpracht und Insektenvielfalt
Bereits Ende März kommt auf den Magerrasen die dunkelviolette Küchenschelle heraus. Zum Ende des Frühlings bedeckt die kleine, gelbe Scheidenkronwicke den Boden, zeigt sich der Orchideenreichtum mit der großen Händelwurz, der Waldhyazinthe und dem sehr seltenen kleinen Knabenkraut. Auch Ragwurz-Arten gehören zu dieser Familie.
Zahlreiche Insekten leben von und an den Pflanzen dieser blütenreichen Magerrasen. Einige von Ihnen sind auf typische Pflanzenarten der Kalkeifel spezialisiert, wie der Schlüsselblumenscheckenfalter, den man nur zur Blütezeit der Schlüsselblumen hier beobachten kann. Die Weibchen legen ihre Eier an Schlüsselblumen, von denen sich die Raupen ernähren.
Naturschutz mit traditionellen Methoden
Bereits im Mittelalter wurden die Magerrasen durch Rodung geschaffen und durch extensive Schafbeweidung bis in unsere heutige Zeit erhalten. Sie prägen so seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der nördlichen Kalkeifel und gehören zu den schönsten und überregional bedeutenden Kalkmagerrasen der Eifel.
Um diese wertvollen Gebiete zu erhalten, wurden sie unter Naturschutz gestellt. Da der Artenreichtum dort durch historische menschliche Bewirtschaftungsformen entstanden ist, kann er nur durch die Fortführung dieser Methoden erhalten werden. Daher ziehen seit mehreren Jahren wieder Wanderschäfer mit Herden genügsamer Landschafrassen über die Kalkhänge, die die Verfilzung und Verbuschung der Kalktriften verhindern und den Lebensraum erhalten.






