Naturpark Hohes Venn - Eifel

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Galmeigrasnelke

Bergbaugebiete bei Mechernich


Eigentlich haben Schwermetalle im Boden nichts zu suchen. Denn sie sind in gewissen Konzentrationen giftig für Menschen, Tiere und Pflanzen. Schwermetalle können jedoch natürlich im Boden vorkommen. Bei entsprechender Ergiebigkeit werden diese Vorkommen vom Menschen abgebaut, wie dies in den Bergbaugebieten bei Mechernich bis in die fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts erfolgte. Danach wurde der Bergbau dort eingestellt.

Natürlich sind schwermetallhaltige Standorte nicht für die Landwirtschaft geeignet, denn die Schwermetalle würden über Anbauprodukte oder Viehhaltung in die Nahrungskette des Menschen eingeschleust.

Wichtig für die menschliche Gesundheit ist, dass die Schwermetalle im Boden an ihrem Standort bleiben und nicht in nennenswertem Ausmaß weggeschwemmt oder weggeweht werden. Daher sind Rekultivierungsmaßnahmen nach dem Schwermetallabbau wichtig. Diese wurden nach der Stillegung auf vielen der Flächen hier bei Mechernich durchgeführt und ließen strukturreiche Landschaften mit Trockenrasen, steilen Felswänden, Stollen, Kieshalden und verschiedensten Gewässern entstehen.

Besondere Pflanzen: Metallophyten

Das besondere dieses Gebietes jedoch sind die sogenannten "Metallophyten", außerordentlich seltene und ungewöhnliche Pflanzenarten in der Eifel. Auf den mageren, schwermetallhaltigen Böden mit den sogenannten "Galmeierzen", in denen Zink und Blei enthalten ist, haben sich diese Arten im Laufe der Evolution an den giftigen Boden anpassen können, wurden dadurch weniger anfällig gegen Schädigungen durch die Schwermetalle und sind deshalb heute in diesen Gebieten dominant.

Während für die Galmeigebiete bei Stolberg (im Kreis Aachen) das gelb leuchtende Galmeiveilchen charakteristisch ist, kommt hier im Mechernicher Gebiet überwiegend die rosafarbene Galmeigrasnelke vor.

Das Gebiet ist auch die Heimat zahlreicher bedrohte Heuschreckenarten, wie des Warzenbeißers, der blauflügeligen Ödlandschrecke, des Steppengrashüpfers und der Feldgrille. Über zweihundert Schmetterlingsarten sind für dieses Gebiet erfasst, doch auch geschützte Vogelarten wie Ziegenmelker, Uhu und Heidelerche kommen vor. Eine besondere Bedeutung hat das Gebiet auch für Fledermäuse. 12 Arten sind hier erfasst, darunter Raritäten wie die Breitflügelfledermaus und das große Mausohr.

 



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