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Sie sind hier : Landschaften - Kalkeifel
Berg- oder Waldeidechse

Das Naturschutzgebiet Tanzberg

Das Naturschutzgebiet Tanzberg bei Keldenich ist neben dem Stolberger und dem Mechernicher Raum eines der wenigen Gebiete der Eifel, in denen Schwermetalle im Boden vorkommen.

Solche Gebiete sind ökologisch sehr interessant, denn hier kommen die seltenen "Metallophyten" vor, Pflanzen, die sich im Verlauf der Evolution an Schwermetalle anpassen konnten. Diese Pflanzen sind dadurch weniger anfällig gegen die Schädigungen, die Schwermetalle in normalen Pflanzen verursachen, und sie sind deshalb heute in diesen Gebieten dominant.

In dem ehemaligen Bergbaugebiet entstand nach der Stillegung der Abbautätigkeit ein eng verzahntes Mosaik aus Heideflächen, Gebüschen, Kleinwässern und Wald. Nicht überall im Gebiet sind die Schwermetalle gleichmäßig verteilt. An einigen Stellen dringen sie nicht bis an die Oberfläche, dort können sich Heidekraut und Blaubeere, Kiefern und Birken halten.

An anderen Stellen liegen die Schwermetalle direkt unter der Oberfläche. Sie sind für Pflanzen wie für Tiere giftig, wenn sie in den Körper aufgenommen werden und sich über längere Zeiträume dort anreichern können. Bei hohen Konzentrationen im Boden ist die Oberfläche völlig vegetationsfrei. Wo geringere Konzentrationen auftreten, kommen die typischen Metallophyten vor: Grasnelke, Taubenkropf, Frühlingsmiere und Täschelkraut.

Das Naturschutzgebiet ist aber nicht nur durch seine Schwermetalle geprägt, sondern auch durch den Kalk im Boden. Von großer Bedeutung für die Ausprägung der Pflanzendecke ist das Verhältnis von Kalk zu Blei. Kalk mildert die schädliche Wirkung der Schwermetalle auf die Pflanzen, so dass die Metallophyten in Kalkgebieten höhere Bleikonzentrationen ertragen können als auf sauren Böden.

Doch nicht nur die Schwermetallpflanzen, auch die Vegetation der mageren Böden, auf denen keine Landwirtschaft stattfinden darf und die deshalb brach liegen, ist sehenswert. Auf dem Tanzberg kommen neben seltenen Pflanzen auch geschützte Insekten sowie Reptilien und Amphibien vor.

 



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