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Besuchergruppe auf dem Schlangenberg

Naturschutzgebiet Schlangenberg

"Sie befinden sich in einem der seltensten Biotope der Eifel", erläutert Biologe Ulrich Haese während der Führung über den Schlangenberg. Die Besucher haben gerade die erste Bekanntschaft mit der Galmeiflora gemacht, einer Pflanzengemeinschaft, die sich im Laufe der Evolution an schwermetallhaltigen Boden als ihren Lebensraum anpassen konnte. Galmei enthält Zink, Blei und Manganverbindungen zu unterschiedlichen Anteilen. Sein Vorkommen im Boden ist die besondere Eigenart dieses Naturschutzgebietes.

Solche eigentümlichen Galmeigebiete erkennt man schon von Weitem an ihren Polstern aus leuchtend gelben Galmeiveilchen und rosa Galmeigrasnelken. Bäume halten es hier überhaupt nicht aus, daher sind Galmeigebiete nicht bewaldet. Doch auch im umgebenden Wald sieht man gelegentlich baumfreie Stellen: dort liegen Galmeierze dicht unter der Oberfläche und verhindern mit ihrer Giftwirkung auf die Pflanzenwurzeln das Wachstum der Bäume.


Eine weitere Besonderheit kennzeichnet den Schlangenberg: Außer Galmei befindet sich auch Kalk im Boden. So findet man bei genauem Hinsehen auch verwitterte Korallen, und die Pflanzen sind ebenfalls an den Kalkboden angepasst. Hier kommen zahlreiche bedrohte Insektenarten vor, wie der braunfleckige Perlmutterfalter oder der sehr seltene Rosenkäfer. Verschiedene Bläulingsarten und rotweinfarbene Widderchen sitzen an warmen Frühsommertagen in Massen auf Wiesenknautie und Flockenblume. Anfang September ist die Zeit der Heuschrecken. Nachtigallengrashüpfer, Buckelschrecken oder das fingergroße, grüne Heupferd sind hier nicht selten. Gelegentlich findet man nun die großen, grell gefärbten Raupen des Schwalbenschwanzes. Auch die Wespenspinne, eine große Radnetzspinne mit schwarzgelben Querstreifen hat jetzt ihre Hochzeit.


Der Galmeispaziergang führt aber auch ein Stück in die Bergbaugeschichte. Bereits die Kelten gruben nach dem begehrten Galmeierz, und die Stadt Stolberg brachte es mit ihrer Messingindustrie in der jüngeren Vergangenheit zeitweilig zu Weltruhm. Heute ist die Galmeierzgewinnung erloschen. Erfreulicherweise sind einige Industriebrachen und Galmeifluren unter Naturschutz gestellt worden.

 



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