Zur Textnavigation
Inhalt anzeigen

Kontrast: hell dunkel
Schriftgröße light
Deutsch Francais Sprache wechseln
Sie sind hier : Landschaften - Vennvorland
Schlangenberg

Auf den Spuren von Kupfer und Messing

Der Name "Galmei" beschreibt das Vorkommen von Zink und Blei im Boden. Auf solchen schwermetallhaltigen Böden findet man die Galmeiflora, eine Pflanzengemeinschaft, deren Arten sich im Laufe der Evolution an diese - für sie durchaus giftige Umwelt - anpassen konnten. Galmeigebiete gehören zu den seltensten Biotopen der Eifel.

Eines dieser ökologisch wertvollen Gebiete ist der Schlangenberg bei Stolberg. Ein Spaziergang über den Schlangenberg führt nicht nur in die Naturkunde des Schutzgebietes, sondern auch in seine Bergbaugeschichte. Bereits die Kelten gruben hier nach Eisen, das Galmeierz wurde wahrscheinlich erst von den Römern entdeckt. Galmei enthält Zink, Blei und Manganverbindungen zu unterschiedlichen Anteilen.

Galmei wurde zum "Gelb-Färben" von Kupfer verwendet. Die benachbarte "Kupferstadt Stolberg" sollte genau genommen eigentlich "Messingstadt" heißen, denn Kupfer wurde hier nicht abgebaut, sondern lediglich hierher importiert. Davon zeugen noch heute zahlreiche Wege durch die Eifel mit bedeutungsvollen Bezeichnungen wie "Kupferstraße" oder "Kupferweg".

Im Stolberger Raum wurde das importierte Kupfer mit Galmei zu dem goldähnlichen Messing veredelt, das in früheren Zeiten einen viel höheren Wert besaß als heute. Der Stolberger Raum ist wahrscheinlich der Herkunftsort des europaweit verbreiteten "Hemmoorer Eimers", eines Gebrauchs- und Ziergefäßes aus Messing, das zur Römerzeit von wohlhabenden Familien verwendet wurde.

Doch auch in jüngerer Vergangenheit hat es am Schlangenberg unterschiedliche Grubengebiete gegeben, die dort aneinander grenzten. Dabei benutzte z.B. eine Galmeigrube den Abraum der benachbarten Eisengrube. Sehr anschaulich schildert Bergmann Albert Gerards die schweren Arbeitsbedingungen des vergangenen Jahrhunderts: "Frauen und Kinder sammelten - häufig auf den Knien rutschend - das Gelände nach Steinen ab und sortierten den Abraum aus. Man kann heute noch an den Abraumhalden erkennen, welche Gesteinsart genutzt wurde - das poröse, ockerfarbene Galmeigestein oder der festere, dunkelrote Eisenstein".

 



nach oben