Naturpark Hohes Venn - Eifel

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Lehrtafel zum Eisenvorkommen in Mulartshütte

Auf den Spuren des Eisensteins - Hist. Eisenindustrie im Vichttal

Es passt meist nur schwer in die Vorstellung der heutigen Eifelbesucher, dass in vielen der idyllischen Bachtäler in den vergangenen Jahrhunderten Hochöfen glühten und lärmende Hammerwerke den Arbeitsalltag der Menschen bestimmten. Eines dieser Täler ist das Vichttal bei Stolberg. Ortsnamen wie "Mulartshütte" oder "Junkershammer" weisen dort auf die ehemalige Eisenindustrie hin.

Seit dem 15. Jahrhundert wurde in der Eifel die Verhüttung des Erzes mit Hochöfen betrieben. Die Wasserkraft der Bäche wurde zur Bedienung der Blasebälge an den Öfen und zum Hämmern des Roheisens in den Hammerwerken genutzt. Die Hüttenwerke wurden von sogenannten Reide- oder Reidtmeistern geführt, die die Aufgabe hatten, Erz zu schmiedbarem Eisen aufzubereiten.

Als Brennmaterial für den Schmelzprozess des Erzes wurde Holzkohle aus Buchenholz verwendet. Davon zeugen heute noch zahlreiche Meilerplätze in den Wäldern der Nordeifel. Die Köhlerei hat für die Eisenerzindustrie den natürlichen Eifelwald bis zum 19. Jahrhundert nahezu vernichtet, und die Bergrücken der Eifel waren Anfang des letzten Jahrhunderts kahl. Die darauffolgenden Aufforstungen mit Fichte prägen bis heute das Landschaftsbild der Eifel.

Bereits mehrere Jahre vor einem Schmelzprozess ließ sich ein Reidtmeister Waldungen für die Holzkohlegewinnung zusagen. Fuhrleute schafften die Holzkohle karrenweise zum Hochofen und schleppten sie in "Restern", wie die Tragekörbe im 16. Jahrhundert im Vichttal genannt wurden, zu den Vorratsschuppen der Hütte. Über mehrere "Hüttenwochen" wurde dann der Hochofen unausgesetzt mit Eisenerz und Holzkohle befüllt und abgelassen, bevor er der nächsten Reparatur unterzogen werden musste.

Wie berichtet wird, wurde die Wärme des Hochofens von den Dorfbewohnern mitgenutzt. Vor allem im Winter trockneten die Dorfbewohner dort ihre Kleider oder brieten sich Kartoffeln auf heißen Platten am Gichtloch - der Hochofen war damals nicht ein abgeschirmter Ort technischer Vorgänge, sondern auch ein Ort sozialer Ereignisse im Dorf.

In den Eifeler Industriebetrieben wurden Gebrauchsgegenstände des Alltags wie Töpfe, Nägel, Hufeisen, Öfen, aber auch Baumaterialien und Waffen hergestellt. Im 19. Jahrhundert kam die Eisenindustrie in der Eifel zum Erliegen. Sie war aufgrund der schwierigen Transportwege und gegen die Steinkohle nicht konkurrenzfähig. Geblieben sind ihre Spuren, z.B. Ortsnamen, die auf Hütten- und Hammerwerke hinweisen, Familiennamen der Reidtmeister, ehemalige Meilerplätze, Schächte, Gräben und Bachwehre. Sie bilden die heute noch vorhandenen Zeugnisse dieser historischen Lebens- und Arbeitsweisen.

 



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