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Exkursionsgruppe auf einem Holzsteg im Hohen Venn

Landschaftsinterpretation im Deutsch-Belgischen Naturpark

Der Verein Naturpark Nordeifel, deutscher Träger im Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn - Eifel, setzt sich seit über 40 Jahren für den Naturschutz und die umweltverträgliche Erholung in der Eifel ein. Im Rahmen des Förderprojektes Landschaftsinterpretation der Europäischen Union konnten die infrastrukturellen Grundlagen für einen nachhaltigen Tourismus in der Region deutlich verbessert werden. Mit Lehr- und Erlebnispfaden, Wandertouren, Naturzentren, Umweltbildungsprogrammen und einer breiten Öffentlichkeitsarbeit wird den Menschen die Landschaft interpretiert und vermittelt. Mit diesem Projekt unterstützt der Deutsch-Belgische Naturpark die nachhaltige Entwicklung der Region.



Ein wichtiger Meilenstein für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Deutsch-Belgischen Naturpark war das durch die Europäische Union (INTERREG I) geförderte Projekt PROTOUR (Projektgruppe Tourismusförderung). Dieses deutsch-belgische touristische Entwicklungskonzept für die Eifel "Mit der Natur gewinnen..." bestätigt, dass die Stärke der Region eindeutig in der Vielfalt der natürlichen und kulturellen Charakteristika liegt. Das Potential der Eifellandschaft in ihrer besonderen Eigenart wird dabei jedoch noch nicht optimal genutzt: Charakteristische oder zunächst wenig auffällige Phänomene erschließen sich dem Gast nicht unmittelbar und bedürfen einer Interpretation. Vor diesem Hintergrund sieht das PROTOUR-Konzept im grenzüberschreitenden Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn - Eifel das Programm Landschaftsinterpretation vor.


Das Programm Landschaftsinterpretation wurde von Förderprogrammen der Europäischen Union (INTERREG II und LEADER II) unterstützt. Die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie die Wallonische Region und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens sicherten die finanzielle Förderung innerhalb der Euregio Maas-Rhein. Die Landschaftsinterpretation hatte einen Projektzeitraum von 1996 und 2001 und war insgesamt mit einem Etat von ca. 3,6 Mio. DM ausgestattet.


Im umfangreichen Konzept der Landschaftsinterpretation wurden Maßnahmen aus den Aktionsfeldern "Interpretationseinrichtungen in der Landschaft", "Programme - Veranstaltungen - Aktionen", "Medien und Produkte" und "Organisation" vorgeschlagen:



  • Weiterentwicklung der bestehenden Besucher- und Naturzentren im Naturpark sowie Einrichtung neuer Informationsstellen

  • Überarbeitung der Lehrpfade im Hinblick auf moderne Anforderungen als Ergänzung zu den Besucherzentren

  • Entwicklung und Ausschilderung eines naturparkweiten Radwandernetzes

  • Ausbau des umweltpädagogischen Programms "NaturErleben"

  • Entwicklung eines Informations- und Orientierungssystems im Naturpark-Gebiet (Wanderkarten und (Rad)Wanderrouten, Aussichtspunkte u.a.)

  • Einführung neuer Medien im Informationsbereich (Internet; Touchscreens)

  • Verbesserung der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch Prospekte und Broschüren, Naturparkkarten, Pfadbegleiter usw.


Die Landschaftsinterpretation trägt deutlich zur Entwicklung des Tourismus in der Eifel bei. Sie schafft ein verbessertes Umfeld für den Erhalt von Natur und Landschaft und profiliert diese Landschaft als wichtigstes touristisches Angebot. Die regionalen Tourismusorganisationen und die örtlichen Verkehrsämter verfügen so über ein breiteres Angebot für Ihre Gäste. Vor allem das traditionelle Wanderpublikum wird durch diese neuen Produkte des Naturparks hervorragend bedient. Aufgrund der Kompetenz des Naturparks im Naturschutz, der Erfahrung auf dem Gebiet der Besucherlenkung und der Projektpartner aus dem Naturschutz hatte die Nachhaltigkeit der Maßnahmen im Programm Landschaftsinterpretation eine zentrale Bedeutung. Dabei hat sich gezeigt, dass gerade ein Naturpark mit seiner unabhängigen Struktur ohne wirtschaftliche Zwänge über Verwaltungsgrenzen hinweg als Träger der Maßnahmen ausgesprochen gut geeignet ist.


Hervorzuheben bei der Umsetzung ist die umfassende Zusammenarbeit mit den zahlreichen Projektpartnern. Über 50 verschiedene Akteure wie Kreisverwaltungen, Kommunen, Forstämter, Biologische Stationen, Heimatvereine, Touristik-Organisationen, der Eifelverein mit vielen Ortsgruppen, Wasserverbände, Firmen, Sponsoren, engagierte Bürger und viele andere haben mit ihrer Mitarbeit und finanziellen Beiträgen zum Erfolg der Initiative des Naturparks beigetragen. Auch die Landesumweltministerien in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die Bezirksregierungen Köln und Trier, die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, die Kreisverwaltungen und weitere regionale Institutionen haben zur Kofinanzierung der Maßnahmen beigetragen.


Literatur:


CEI / Centre for environmental interpretation (1994) : Eine Beurteilung der Lehrpfade in der Region Hohes Venn - Eifel. Ein Bericht für PROTOUR, unveröff.


Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn - Eifel (Hrsg.) (o.J.): Tälerprojekt im Naturpark Hohes Venn - Eifel. Schutz und Pflege von grenzüberschreitenden Tälern und Wasserläufen, [Faltblatt]; Aachen.


Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn - Eifel (Hrsg.) (2002): NaturErleben 2002. Veranstaltungskalender zu Natur, Kultur und Landschaft in der Eifel. 20 S.; Nettersheim.


Hamm, S. H. (1992): Environmental Interpretation: A Practical Guide for People with Big Ideas and Small Budgets. 432 S., Golden, Colorado, USA


Kerz, R. (1987): Der Deutsch-Belgische Naturpark: Ein Beispiel grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Naturschutz- und Naturparke H. 125: 38-48.


Kerz, R. (1994): Heckenprogramm des Naturparks Nordeifel. LÖLF-Mitteilungen H. 1/1994: 59-60.


Kreisel, B. (1997): Zwei Länder - eine Strategie? Grenzüberschreitende Tourismusplanung im Naturpark Hohes Venn - Eifel. Nationalpark Nr. 95: 48-51.


Kreisel, B. & Kreisel, W. (2000): Tourismus - Landschaftsinterpretation - Naturschutz. Der Deutsch-Belgische Naturpark Hohes Venn - Eifel. Nationalpark Nr. 110: 54-59.


Lehnes, P. (1997): Zur touristischen Nachfrage nach Interpretation der Landschaft. In: PAE - Arbeitshilfen für die Erwachsenenbildung Nr. 4: 35-39.


Lehnes, P. & R. Glawion (2000): Landschaftsinterpretation - ein Ansatz zur Aufbereitung regionalgeographischer Erkenntnisse für den Tourismus. In: Zollinger, G. (ed.): Aktuelle Beiträge zur angewandten Physischen Geographie der Tropen, Subtropen und der Region TriRhena - Festschrift zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Rüdiger Mäckel. Freiburger Geographische Heft 60: 313-326.


Lembach, J. (1998): Situation der Lehrpfade im Wald. AFZ/Der Wald H. 4: 198-199.


Lembach, J. (2000): Der Naturpark Nordeifel - 40 Jahre Naturschutz und Erholung im Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn - Eifel. Natur- und Landschaftskunde 36 (1): 16-21.


Lembach, J. u.a. (2001): Der Verein Naturpark Nordeifel. 40 Jahre Naturschutz und Landschaftspflege. Die Eifel 96 (1): 2-21.


PROTOUR / Projektgruppe Tourismusförderung (Hrsg.) (1995): Hohes Venn - Eifel: Mit der Natur gewinnen... Traditionen, Trends und Potentiale im Tourismus. 96 S.; Düren.


Stichmann, W. (1977): Gehölze in der Feldflur als Ansatz einer ökologisch-historischen Landschaftsinterpretation. Natur und Landschaftskunde in Westfalen 13 (4): 109-116.


Tilden, F. (1977): Interpreting our Heritage. 3. Auflage. 119 S., Chapel Hill, North Carolina, USA.


Tourismusbüro Kreisel (1998): Strategie zur Landschaftsinterpretation. Konzept im Auftrag des Naturparks Hohes Venn - Eifel und des Geozentrums Vulkaneifel. 119 S.; unveröff.


VDN / Verband Deutscher Naturparke e.V. (Hrsg.) (1996): Die deutschen Naturparke - Aufgaben und Ziele - 2.Fortschreibung 2001. 2. 63 S., Bispingen.


Anschrift:


Naturpark Nordeifel


im Deutsch-Belgischen Naturpark
Steinfelder Straße 8
D - 53947 Nettersheim

 



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