Die Rureifel
Gewachsene dörfliche Kulturlandschaft
Außerhalb der Waldgebiete zeigt sich die Rureifel als traditionelle, dörfliche Kulturlandschaft, in der die Rindviehhaltung vorherrscht. Dies war nicht immer so. Eine der früheren Bewirtschaftungsformen, die zum heutigen Landschaftsbild mit beitrug, ist die Rottwirtschaft. Hier wurde in 15- bis 20jährigem Turnus der nachwachsende Wald geschlagen und die Äste zur Düngung am Ort verbrannt. Anschließend konnte für ein oder zwei Jahre Ackerbau mit Hafer, Roggen und Buchweizen betrieben werden. Dennoch laugte der Boden im Laufe der Zeit immer stärker aus, und an vielen Orten konnte der Wald nicht mehr nachwachsen. Rottwirtschaft und Köhlerei hatten zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert große Ödlandflächen entstehen lassen.
Das Monschauer Heckenland
Die Wälder der Rureifel
Für den Waldreichtum der Rureifel stehen der ausgedehnte Hürtgenwald und der Schleidener Wald mit dem größten zusammenhängenden Buchenwaldgebiet der Nordeifel, dem Kermeter. Mit etwa 3.100 Hektar wird der Kermeter zum größten Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens. Auf den in der Rureifel häufig bodensauren Schieferstandorten waren ursprünglich Buchenwälder heimisch. Darin kommt als charakteristisches Waldgras die weiße Hainsimse vor.
Das Wasser der Rureifel
Wer von der Rureifel spricht, denkt an das Wasserreservoir, das diese Teilregion mit ihren Talsperren vorhält. Rur, Urft, Olef, Kall, Perlenbach und Wehebach befördern bedeutende Trink- und Brauchwasservorräte, die in großen Teilen aus dem benachbarten, niederschlagsreichen Venngebiet gespeist werden. Das kalkarme Wasser hat, ähnlich wie in Eupen, zur Entwicklung einer historischen Tuchindustrie im malerischen Monschau beigetragen.
Geschützte Bachtäler in der Rureifel
In der Rureifel finden Sie eine Reihe von außergewöhnlichen Naturschutzgebieten, so die Täler der Olef, des Fuhrts- und Schwalmbachs, der auf deutscher Seite Perlenbach heißt. Sie sind Beispiele für grenzübergreifende Naturschutzprojekte.
Rurtalbahn
Die Natur der Eifel umweltgerecht erleben können Sie auch mit der Rurtalbahn, die stündlich zwischen Düren und Heimbach verkehrt. Mit vielen P&R Punkten und Busanbindungen erschließt sie Ihnen schnell und angenehm das idyllische Rurtal. Gelegentlich fährt hier eine historische Dampflok. In Düren gibt es Anschlüsse nach Jülich, Aachen und Köln.
Auf den Spuren des Eisensteins - Hist. Eisenindustrie im Kalltal
Bei einem Spaziergang durch die bewaldeten, idyllischen Bachtäler der Eifel kann man sich nur schwer vorstellen, dass noch vor wenigen Jahrhunderten beißender Qualm von Holzkohlenmeilern und unerträglicher Lärm von Hochöfen und Hammerwerken die Täler erfüllte.Jäger in der Nacht
Auch in unserer heutigen Zeit werden Fledermäuse gelegentlich noch für unheimliche Nachtgestalten gehalten. In Wirklichkeit sind sie eine hochspezialisierte Tiergruppe, die es gelernt hat, den Luftraum zu erobern. Ihre Fähigkeit, nahezu lautlos in völliger Dunkelheit zu fliegen, hat viele Märchen über Gestalt und Verhalten dieser Tiere entstehen lassen.Pflege von Flurhecken im Monschauer Heckenland
...mit Landwirt Viktor Förster
Nebel, Schneefall und Regen haben in den letzten Tagen die Rureifel mit nasskaltem Winterwetter überzogen. In der vorangegangenen Nacht jedoch ist die Witterung umgeschlagen: trockene Kälte hat an diesem Wintermorgen die Dörfer und Felder mit einer dünnen Schneedecke überpudert, und Rauhreif zeichnet Zweige und Grashalme mit weißen Kristallen nach. Die Sonne setzt der Zuckerbäckerlandschaft Glanzlichter auf.
Pflege von Hausschutzhecken
"Man muss schon schwindelfrei sein und das Gleichgewicht halten können, sonst fällt man herunter", ruft Gärtnermeister Herrmann-Josef Backes von der Spitze der ausgezogenen Leiter. Die Leiter ist gegen eine sechs Meter hohe Buchenhecke gelehnt, eine der typischen Hausschutzhecken, die in den Dörfern des Monschauer Heckenlandes das Ortsbild prägen.
Hecken, Häuser, Fluren
Die Buchenhecken haben das Monschauer Land seit über drei Jahrhunderten geprägt und sind eine landschaftliche Besonderheit der Eifel. Ein runder Bogen bildet die Hofeinfahrt und gibt den Blick auf das dahinterliegende Haus frei. Von drei Seiten umgibt die Hecke Hof und Garten.Frühling im Perlenbachtal
Obwohl in den Dörfern des Grenzgebiets die Garten-Narzissen bereits in Blüte stehen, halten sich die etwas kleineren, wilden Narzissen in den Naturschutzgebieten der Rureifel und des angrenzenden Hohen Venns noch zurück. In den Bachtälern ist es vor allem nachts noch recht kühl, und nur an den wärmeren Südhängen ist es der Sonne gelungen, die ersten Blüten der freundlichen Frühlingsboten herauszulocken.
Sommer im Naturschutzgebiet Perlenbach-/Fuhrtsbachtal
"Perlenbach" - der Name dieses Baches im deutsch-belgischen Grenzgebiet klingt nach reichen Schätzen. In diesem Fall zu Recht - bis vor 200 Jahren bedeckten die großen, kräftigen Schalen der Perlmuschel in ausgedehnten Pflastern das Bachbett des Perlenbaches.
Naturschutz im Rurtal
Wie kein anderer Naturraum im deutsch-belgischen Naturpark wird die Rureifel durch die Rur und ihr tief eingeschnittenes Tal geprägt. Das Rurtal begeistert durch wertvolle Biotope und attraktive Szenerien. Die Quelle entspringt auf belgischer Seite in den geschützten Moorgebieten des Wallonischen Venns. Hier färbt der Torf der Hochmoore das Wasser braun. Im Oberlauf zwischen dem Venngebiet und Monschau rauscht der Bach mit ungestümem Temperament zu Tal. Wegen seines Gebirgsbachcharakters und der entsprechenden Wasserfauna ist er auch dort unter Naturschutz gestellt.Kohlenmeiler und Sägemühle
Wer aufmerksam durch die Wälder der Eifel spaziert, kann dort häufig die Spuren menschlicher Aktivitäten und historischer Handwerke finden. Gelegentlich erkennt man auf dem Waldboden die kreisrunden Silhouetten von ehemaligen Meilerplätzen. Überreste von Wehren an Bächen kennzeichnen ehemalige Mühlenstandorte.Die Bachtäler des Schleidener Landes
Das Schleidener Land mit seiner abwechslungsreichen Kulturlandschaft beherbergt eine Vielzahl von naturnahen Lebensräumen, die mosaikartig ineinander greifen und einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen Raum und Struktur zum Leben bieten. Besonders wertvoll sind die - im Oberlauf meist noch unbelasteten - Zuflüsse der Olef. Eines der Bachtäler ist das Schafbachtal. Nahe am Bach gibt es Feuchtwiesen und Quellsümpfe, in denen Fieberklee und Knabenkräuter vorkommen. Extensive Bewirtschaftungsweisen mit geringen Düngergaben haben in der Vergangenheit für den Erhalt solch seltener Arten gesorgt.Vögel an Fels und Fluss
In einer nur wenige hundert Meter breiten Talsohle windet sich die Rur zwischen bewaldeten Bergen und steil aufragenden Buntsandsteinfelsen von Heimbach bis Obermaubach. In diesem imposanten Talabschnitt mit den mächtigen Buntsandsteinfelsen der Breidels- und Jufferley bietet das Tal vielfältige Lebensräume für eine artenreiche Vogelwelt. Bei einem Spaziergang im Frühling lassen sich zahlreiche Vogelarten beobachten.Wintervögel am Staubecken Heimbach
Feiner Morgendunst liegt über der spiegelglatten Oberfläche des Staubeckens. In die Stille hinein ertönt der durchdringende Schrei eines Blässhuhns. Blässhühner gehören zu den häufigsten Wasservögeln unseres Gebietes. Als Ganzjahresvögel brüten sie an unseren heimischen Gewässern im Sommer und überwintern auch hier.Im Reich von Uhu und Schwarzspecht
Das größte zusammenhängende Buchenwaldgebiet der Rureifel liegt auf dem Kermeter. 3.100 Hektar Fläche dieses mächtigen Bergrückens am Rursee bilden das größte Waldnaturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens.Überwinternde Wasser- und Waldvögel
In die kalte, klare Luft dieses Februarmorgens erhebt sich der feine Dunst des Stausees Obermaubach. Reif bedeckt den Bootssteg. Scharen von überwinternden Wasservögeln bevölkern den Steg und die festgemachten Boote. Tafelenten mit weißgrauem Rücken und rostrotem Kopf sowie dunkelgraue Blässhühner gehören zu den häufigsten Vogelarten, die den Winter an diesem Stausee verbringen. Neben den ebenfalls häufigen Stockenten sind Reiherenten mit ihrem kleinen schwarzen Schopf zu erkennen.Sehenswerte Lehrpfade in der Rureifel:
- Historischer Wanderweg in Simonskall, mit Besuch des Schaumeilers. (Begleitheft empfehlenswert, im Laden des historischen Gebäudes "Alte Mühle" Simonskall erhältlich)
- Waldlehrpfad Rohren (ab Ortsmitte ausgeschildert), mit Schaumeiler und Sägemühle
- Waldlehrpfad des Walderlebniszentrums in Gemünd
Wandern, und Rad-, Bahn- und Bootfahren in der Rureifel
- Bootsfahrpläne sind erhältlich bei der der Rurseeschiffahrt Schwammenauel, Tel. 0049-(0)2446-479 oder -1253.
- Zum Wandern empfehlen wir die Wanderkarten 1:25.000 des Eifelvereins Blatt Nr. 2 "Dürener Rureifel", Blatt Nr. 3 "Monschauer Land und Rurseengebiet" und Blatt Nr. 4 "Schleiden-Gemünd".
- Für Radwanderungen empfehlen wir die Freizeitkarten 1 : 50.000 "Nordeifel/Hohes Venn" und "Aachen/Jülicher Börde" des Landesvermessungsamtes NRW und die Radwanderkarte 1 : 50.000 des Kreises Euskirchen.
- Literatur zum Wandern und Radfahren ist im Handel erhältlich.
Die An- und Abfahrt zu den Ortschaften
- Lammersdorf
- Konzen
- Monschau
- Kalterherberg
ist für Wander- und Fahrradtouren mit der Vennbahn möglich.
Empfehlenswert sind von Düren aus auch Anfahrten mit der Rurtalbahn, die sich sehr malerisch durch das Rurtal bis Heimbach schlängelt. Dieses Verkehrsmittel ermöglicht die Planung von Streckenwanderungen anstelle von Rundwanderungen. Im Rurtal können Sie die Orte
- Untermaubach
- Obermaubach
- Zerkall
- Nideggen
- Abenden
- Blens
- Hausen
- Heimbach
umweltfreundlich erreichen.

