Naturpark Hohes Venn - Eifel

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Die Kalkeifel

Nicht überall in der Kalkeifel stehen Sie auf Kalkboden. Umgeben von Sandstein und Schiefer kommt er in bestimmten Gebieten, den Eifeler Kalkmulden vor. Die Kalkmulden haben mit ihrer beeindruckenden, überreichen Tier- und Pflanzenwelt der Kalkeifel ihren Namen gegeben.

Die Sötenicher, die Blankenheimer und die Prümer Kalkmulde sind die bekanntesten im Gebiet des Naturparks. Die Kalkeifel zieht sich außerhalb der Naturparkgrenzen jenseits des Lampertstales weiter nach Süden und zeigt sich mit der Prümer Kalkmulde am äußersten Südostrand der Hocheifel noch einmal im Naturparkgebiet.

Wälder, Triften, Ackerland

Im Windschatten der Rureifel, des Hohen Venns und der Hocheifel ist die Kalkeifel eine warme und trockene Landschaft. Hier finden Sie Pflanzen, die man sonst eher im südlichen Raum findet.

Naturschutzgebiete der Kalkeifel

In kleinen Naturschutzgebieten um Urft, z.B. an der Stolzenburg, sind Reste der für die Kalkeifel typischen Wälder mit wärmeliebenden Pflanzenarten wie der Elsbeere erhalten. Daneben gibt es geschützte Bachauen und Talwiesen mit seltenen Kalksumpfgebieten, wie im Genfbachtal. Der Naturpark bietet die Möglichkeit, solche Naturschutzgebiete unter sachkundiger Führung zu besuchen.

Siedlungsgeschichte: Neandertaler, Römer, Franken...

In Kalkgebieten sind Fließgewässer selten, und unter den zahlreichen Tälern, die die Kalkeifel durchschneiden, sind Trockentäler häufiger als Bachläufe. Das Wasser versickert in klüftigen, höhlenreichen und verkarsteten Gesteinen, löst dabei den Kalk und lagert ihn als chemisch verändertes Gestein, als Kalksinter, wieder ab.

Kalkstein - Geschichtsbuch und Werkmaterial

Der Kalk in den Mulden ist eine Hinterlassenschaft des Meeres. Im mittleren Erdaltertum, vor etwa 370 Millionen Jahren, drang das Meer in die Eifel. Über lange Zeit bildeten sich Riffe. Sie fielen trocken, wurden abgetragen oder versteinerten.

Eifellinie Euskirchen-Trier

Euskirchen und Trier werden durch die Deutsche Bahn verbunden. Mechernich, Nettersheim, Stadtkyll und Prüm sind nur einige der Ortschaften, die Sie über diese Bahnstrecke erreichen können.

Froschkonzert und Krötenbalz

Südlich von Mechernich liegt eine Landschaft, in der aufgrund der früheren Bleierzgewinnung eine für die Eifel außergewöhnliche Häufung kleiner Gewässer entstanden ist. Viele dieser Teiche, Tümpel und Gräben, die heute von Wald umgeben sind, hatten ursprünglich eine Bedeutung in der Erzaufbereitung, wie der große Buchholzweiher. Aufgrund des großen Gewässerangebotes kann man in dieser Landschaft, die außerdem noch sehr unterschiedliche Lebensräume bietet, eine Vielzahl interessanter Tierarten finden.

Auf den Spuren des Eisensteins - Hist. Eisenindustrie bei Kall

Auch heute noch sind die Spuren einer vergangenen Eisenindustrie in der Landschaft der Eifel zu erkennen. Vor allem in der Umgebung von Kall weist die Landschaft noch zahlreiche Narben dieser industriellen Phase auf.

Enzianspaziergang

Der kleine Ort Alendorf südlich vom bekannteren Blankenheim ist unter Naturfreunden ein offener Geheimtip: Das über 800 ha große Naturschutzgebiet des Lampertstals und der Alendorfer Kalktriften ist ein ökologisches Kleinod von besonderem Wert.

Eindrucksvoll heben sich schon von weitem Kalvarien- und Eierberg mit ihren Wacholderbeständen von der Umgebung ab. Bereits im Mittelalter wurden diese traditionellen Kulturbiotope durch Rodung geschaffen und durch extensive Schafbeweidung bis in unsere heutige Zeit erhalten. Die Magerrasen prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der nördlichen Kalkeifel und gehören zu den schönsten und überregional bedeutenden Kulturbiotopen der Eifel.

Jäger in der Nacht

Auch in unserer heutigen Zeit werden Fledermäuse gelegentlich noch für unheimliche Nachtgestalten gehalten. In Wirklichkeit sind sie eine hochspezialisierte Tiergruppe, die es gelernt hat, den Luftraum zu erobern. Ihre Fähigkeit, nahezu lautlos in völliger Dunkelheit zu fliegen, hat viele Märchen über Gestalt und Verhalten dieser Tiere entstehen lassen.

Meerestiere der Eifel

Wer mit aufmerksamen Augen durch die Eifel wandert, hat sicher schon in Steinbrüchen, an Weganschnitten, umgepflügten Äckern oder im Erdaushub für einen Neubau eigenartig geformte Steine entdeckt. Bei näherem Hinschauen kann man feststellen, dass diese Formen manchmal große Ähnlichkeit den Muscheln Schnecken und Korallen haben, wie sie auch heute in den Meeren leben. Es wird klar, dass man auf Versteinerungen, auf Überreste von Organismen aus längst vergangenen Zeiten gestoßen ist.

Schwalbenschwanz und Warzenbeißer

Das Landschaftsbild der Kalkeifel wird von den Eifeler Kalkmulden geprägt, die der Landschaft ihren Namen gegeben haben. Die Kalkmulden sind eine Hinterlassenschaft des Meeres, das vor etwa 360 Millionen Jahren hier Korallenriffe schuf und den Kalk auf dem damaligen Meeresgrund ablagerte. In den meisten Gebieten der Kalkeifel wurden die kalkführenden Schichten im Laufe der Zeit wieder abgetragen. Der Kalk kommt heute nur in solchen Gebieten vor, die durch ihre Muldenform vor Erosion stärker geschützt waren.

Im Lampertstal und auf den Alendorfer Kalktriften

Wie lichte Wälder wirken schon aus der Ferne die Wacholderbestände der Alendorfer Kalk-Triften mit ihrem Blütenmeer und der artenreichen Insektenfauna. Dottergelb leuchten im Frühling die Schlüsselblumen, und in dunklem Violett heben sich Mannsknabenkräuter vom frischen Grün des Waldrandes ab.

Kalkmagerrasen sind besondere Lebensräume. Der Boden über dem Gestein ist dünn, und Niederschläge versickern schnell im zerklüfteten Untergrund. Wasser ist in bedeutend geringerem Maße für die Pflanzen verfügbar als etwa auf Lehmböden.

Bergbaugebiete bei Mechernich

Eigentlich haben Schwermetalle im Boden nichts zu suchen. Denn sie sind in gewissen Konzentrationen giftig für Menschen, Tiere und Pflanzen. Schwermetalle können jedoch natürlich im Boden vorkommen. Bei entsprechender Ergiebigkeit werden diese Vorkommen vom Menschen abgebaut, wie dies in den Bergbaugebieten bei Mechernich bis in die fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts erfolgte. Danach wurde der Bergbau dort eingestellt.

Naturschutzgebiet Hundsrück

Wer aufmerksam in der Kalkeifel spazieren geht oder wandert, kann hier außerordentlich viele kulturgeschichtliche und naturkundliche Kleinode antreffen. Zu den ökologisch wertvollsten Bereichen der Kalkeifel gehören die blütenreichen Kalkmagerrasen, die zu den unterschiedlichen Zeiten des Jahres die Besucher mit prächtigen Farben erfreuen.

Ein Naturschutzgebiet mit einer botanischen Besonderheit ist der "Hundsrück" im Gillesbachtal bei Wahlen. An den steilen Hängen blühen sehr zeitig die Küchenschellen, die stellenweise in großen Massen auftreten und mit ihren violetten Glocken bereits Ende März den Frühling einläuten. Blaugras und Bergsegge sind die weniger auffälligen Begleiter solcher violetter Blütenrasen.

Naturschutzgebiet Schönecker Schweiz

Bevor Ende Mai der Wald endgültig sein dichtes Blätterdach ausbildet und den Waldboden verdunkelt, nutzen die Waldkräuter die lichtreiche Zeit zum Blühen. Vor allem in der Kalkeifel, hier im Naturschutzgebiet der Schönecker Schweiz, sind die Waldkräuter besonders artenreich.

Naturschutzgebiet Sistiger Heide

Für Naturfreunde ist die Kalkeifel ein offener Geheimtipp. Ihr pflanzlicher Artenreichtum und ihre ökologischen Besonderheiten machen sie zu einem bedeutenden Landschaftsteil der Eifel. Das Gebiet der Sistiger und Krekeler Heide am Rande der Sötenicher Kalkmulde gehört zu den bemerkenswerten Schutzgebieten der Kalkeifel.

Das Naturschutzgebiet Tanzberg

Das Naturschutzgebiet Tanzberg bei Keldenich ist neben dem Stolberger und dem Mechernicher Raum eines der wenigen Gebiete der Eifel, in denen Schwermetalle im Boden vorkommen.

Naturschutzgebiete "Achenlochhöhle" und "Stolzenburg"

Bevor der Wald im Frühling sein Blätterdach ausbildet und den Waldboden während des Sommers beschattet, nutzen viele Bodenpflanzen die sonnige Gelegenheit von März bis Mai, um zu blühen und Samen zu bilden. Dabei verwandelt sich der Waldboden für kurze Zeit in einen prachtvollen Blütenteppich.

Eine Zeitreise in die Erdgeschichte der Kalkeifel

Geologische Ausflüge in der Eifel bedeuten immer eine Zeitreise in die Erdgeschichte. Wenn man die Landschaft verstehen will, braucht man sichtbare Zeugnisse und anschauliche Beispiele für die unvorstellbar langen Zeiträume ihrer Entwicklung.

Höhlen in der Prümer Kalkmulde

Die Eifeler Kalkmulden mit ihrer überreichen Tier und Pflanzenwelt und ihren geologischen Besonderheiten haben der "Kalkeifel" ihren Namen gegeben. Unter Geologen ist die Prümer Kalkmulde die bekannteste.

Sehenswerte Lehrpfade in der Kalkeifel

  • Erlebnis- und Entdeckungspfade im Naturerlebnisdorf Nettersheim (Infos im Naturschutzzentrum)
  • Römer-Kanal-Wanderweg (beginnend in Nettersheim, Literatur dort erhältlich)
  • Pingenlehrpfad Kall, Beginn am Bahnhof
  • Geo-Lehrpfad der Gemeinde Blankenheim

Wandern, Rad- und Bahnfahren in der Kalkeifel

Zum Wandern empfehlen wir

  • die Wanderkarte des Eifelvereins 1:25.000 Blatt Nr. 5a Mechernich/Kommern,
  • die Wanderkarte des Eifelvereins 1:25.000 Blatt Nr. 5 Nettersheim/Kall
  • die Wanderkarte des Eifelvereins 1:25.000 Blatt Nr.12 Blankenheim und oberes Ahrtal
  • die Wanderkarte des Eifelvereins 1:35.000 Blatt Nr.17 Prümer Land

Zum Radfahren sind

  • die Freizeitkarte 1:50.000 "Nordeifel/Hohes Venn" des Landesvermessungsamtes NRW
  • die Radwanderkarte 1:50.000 des Kreises Euskirchen

geeignet.

Es gibt ein großes Spektrum an Wander- und Radlerliteratur über die Eifel in den Eifeler und Aachener Buchhandlungen.

Besonders umweltfreundlich: eine Fahrt mit der Eifellinie.

Wenn Sie die Kalkeifel besuchen, wählen Sie von Euskirchen aus die Bahnhöfe

  • Mechernich
  • Scheven
  • Kall
  • Urft
  • Nettersheim
  • Blankenheimerdorf

um Wander- und Fahrradtouren mit einer Bahn-An- und Abreise zu kombinieren. Bahnanschlüsse nach Euskirchen gibt es von Köln und Bonn.

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